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Die Welt ist klein

Manchmal kreuzen sich Wege auf ungewöhnliche Weise. Wie kommt ein Schild, das in Richtung Templin weist, nach Namibia? Dort, am Rande der fast 100000 Quadratkilometer großen Wüste Namib, steht ein Wegweiser mit der Aufschrift „Wiesenhof B&B Templin 10 670 Kilometer“. Und auf den trifft ganz zufällig ein Templiner, ein ehemaliger, genau genommen. Eckhard von Plate-Spandau war Schüler des „Jochimsthal-
schen Gymnasiums“ und lebte 33 Jahre als Farmer in Namibia. Heute ist er zurück in Deutschland, aber es zieht ihn vor allem in den Wintermonaten noch immer von seinem Wohnort im Niedersächsischen in den Südwesten Afrikas. Bei seinem letzten Besuch stand er plötzlich vor dem Schild mit dem Hinweis auf seinen einstigen Schulort. Den fotografischen Beweis dieser Zufallsbegegnung schickte er Ove Sachse, ebenfalls ein „alter Joachimsthaler“. Und der leitete ihn an unsere Redaktion weiter mit der Frage „Wer hat das Hinweisschild dort angenagelt?“ Die Spur führt in die Pension „Wiesenhof“ am Templiner Kanal – genau 10 670 Kilometer vom Wegweiser entfernt. Seit vergangenem Jahr führen Sven und Steffi Heussen dieses komplett sanierte Kleinod. Und hier schließt sich der Kreis – denn Familie Heussen kam aus der namibischen Hauptstadt Windhoek in die Uckermark. An der namibischen Küste hat die Familie ein Ferienhaus, erklärt Steffi Heussen. Und in dessen Nähe haben ihre Schwiegereltern diesen Hinweis auf die Pension in Deutschland aufgestellt. Wo der „alte Joachimsthaler“ Eckhard von Plate-Spandau ihn gefunden hat. „Die Welt ist eben klein“, lacht Steffi Heussen.

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