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Die Zeit steht hier nicht mehr still

VonGerald Bahr

Punkt 12, das Geläut in der Gerswalder Kirche ertönt. Ab morgen zeigt das neue Uhrwerk in alle vier Himmelsrichtungen obendrein auch noch die Zeit an.

Gerswalde.Noch bevor das Ortseingangsschild in Gerswalde durchfahren ist, lässt sich der große Kran am Kirchturm erkennen. Der wird am Donnerstag gebraucht, denn die Mitarbeiter der Firma Glocken Bittner aus Berlin installieren das neue Uhrwerk am Turm der Kirche in Gerswalde. Hoch geht es in rund 30Meter Höhe. Die vorgefertigte Bohrplatte wird an den Turm gehalten. Staub rieselt herunter. „Es ist leichter, erst die Löcher zu bohren und beim zweiten Mal das Ziffernblatt anzubringen“, erklärt Juniorchef Holger Bittner. Mit über 20 Kilogramm lässt es sich bei der Montage ohnehin nur zu zweit halten.
Gegen Mittag sind bereits zwei der recht neutral aussehenden Ziffernblätter angebracht. Um dem Stilmix der Kirche nicht in die Quere zu kommen, habe man sich von den Experten vom Denkmalschutz entsprechend beraten lassen, erzählt Pfarrerin Heidi Enseleit gegenüber dem Uckermark Kurier.
Die Mittagspause für Glocken Bittner fällt länger aus. Der Kran muss neu positioniert werden, um an die andere Seite des Kirchturmes zu gelangen. Uwe Kautza, technischer Außendienst von Citykran, weist den Fahrer ein.Mit 40 Metern Länge würde der Kranarm nicht ausreichen, um notfalls vom Vorplatz über den Kirchturm den Korb herabzulassen. Der Winkel für die Tordurchfahrt ist ungünstig, die Torbreite denkbar knapp. Unter den Augen vieler Passanten und dem Klicken ihrer Fotoapparate arbeitet sich das Fahrzeug Millimeter für Millimeter vor. Viele fachsimpeln, ob das wohl gut geht.„Wenn nicht, holen wir eben einen größeren Kran“, zeigt sich Kautza entspannt.
14 Uhr: Bohrlärm, Staub rieselt auf das Kirchenschiff herab. Direkt daneben steht jetzt der Kran. Kaum oben, geht es wieder runter, die Ziffernblätter holen. Die liegen noch verpackt auf der Wiese vor der Kirche. „Wow, sind die groß“, staunen mehrere Kinder, die von dem Spektakel angelockt werden. Kaum jemand kommt an der Kirche vorbei, ohne stehenzubleiben und einen Blick auf die Arbeiter zu werden.
Auf Punkt 12 Uhr stehen die Zeiger nach der Montage. Morgen um 14 Uhr wird das neue Uhrwerk mit einem feierlichen Gottesdienst in Betrieb genommen.

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g.bahr@nordkurier.de

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