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Ein Ausflug mit der „Möwe“

VonFelix Lange

Wer die Landschaft der Uckermark genießen möchte, tut dies am besten von der Wasserseite aus. Ein gemütlicher schwimmender Vogel aus Lychen lädt seit 20 Jahren Gäste herzlich dazu ein.

Lychen.„Willkommen an Bord“, lädt die Reederei Knaack & Kreyss ihre Gäste auf das Fahrgastschiff „Möwe“ ein. Ein Schiff mit überschaubarer Größe, das bereits seit 20 Jahren über den Stadtsee, den Großen Lychensee, die Woblitz, den Haussee bei Himmelpfort und die Havel bis Bredereiche oder Fürstenberg schippert.
Um die kleine Stadt Lychen herum haben sich 21 größere und ebenso viele klitzekleine Seen in der Landschaft angesiedelt. Da heißt es baden, schwimmen, relaxen oder die Natur von der Wasserseite aus kennenlernen, wie beispielsweise vom Oberdeck eines Schiffes.
Michael Kreyß hält das Steuer in der Hand. Durch die Luke auf dem Oberdeck erzählt er: „Das Schlimmste was auf der Fahrt passieren kann, ist starker Wind, weil das Schiff so leicht ist“. Dann gestalte sich das An- und Ablegen etwas schwieriger. Seekrank sei jedoch an Bord noch kein Gast geworden. Deshalb könne man sich hier auch kulinarisch verwöhnen lassen. Individuelle Betreuung an Bord mit Kaffee und Kuchen oder Bockwurst und Kartoffelsalat und ein zünftiges Bier seien ebenso garantiert wie das Spinnen von so manchem Seemannsgarn. Die Schiffsführer Michael Kreyss und Heinz-Peter Knaak wissen eine ganze Menge zu erzählen auf der zwei- oder dreistündigen Fahrt vorbei an See- und Teichrosen, Biberburgen und kleinen und großen Bäumen zum Anfassen nahe. Mit etwas Glück fliegen Eisvogel, Graureiher oder Kormoran vorbei.
Gemächlich fährt die „Möwe“ vom Stadtsee auf den Großen Lychensee. Bei der Brückendurchfahrt der ehemaligen Eisenbahnstrecke Templin-Fürstenberg heißt es Kopf einziehen. Jetzt fährt hier die Draisine. Auf dem Großen Lychensee sind drei kleine Inseln zu bestaunen. Angler können hier fündig werden und Aale, Hechte oder Welse aus dem Wasser fischen. Das Schiff steuert auf die Woblitz zu, ein Floßkanal der eine zweieinhalb Kilometer lange Verbindung zwischen dem Großen Lychensee und dem Himmelpforter Haussee darstellt. Jetzt kann man herrlich träumen und die Natur wirklich von hinten bestaunen, meist menschenleer und wie im Märchen. „Am Anfang der Woblitz hängen die Buchen im Sommer wie ein kleiner Tunnel über dem Wasser“, macht der Schiffsführer aufmerksam. Das könne man kaum woanders in dieser Gegend sehen. Seerosen wiegen sich dann im Wasser, tauchen unter und recken die Köpfe wieder nach oben als ob sie hallo und tschüß sagen wollten.
Das alte Brauhaus und die Klosterruine aus dem 14. Jahrhundert in Himmelpfort sind bereits zu sehen. Der Heimathafen auf dem Lychener Stadtsee naht. Wendeschleife, weil hier die Bundeswasserstraße endet.
www.ms-moewe.de

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