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Einst Ausflugsziel Nr. 1 der Templiner

Die gebürtige Templinerin Sigrid Rendtel vermutet, dass diese alte Aufnahme vom Gasthaus „Fährkrug“ aus dem Jahr 1910 stammen könnte.
Die gebürtige Templinerin Sigrid Rendtel vermutet, dass diese alte Aufnahme vom Gasthaus „Fährkrug“ aus dem Jahr 1910 stammen könnte.

Nicht nur die Templinerin Helga Schröder geriet ins Schwärmen, als sie im Uckermark Kurier eine sehr alte Aufnahme des Restaurants „Fährkrug“ entdeckte. „Schon als Kind bin ich mit meinen Eltern oft dort gewesen, später mit meiner Freundin. Dort haben wir uns Bockwurst mit Kartoffelsalat schmecken lassen. Den hat Frau Dura, ihr Mann und sie bewirtschafteten damals den ,Fährkrug‘, super hinbekommen. Die Gaststätte war ein tolles Ausflugsziel, auch für Betriebsfeiern.“ So viel Lob über seine Eltern zu hören, das wird den Templiner Hans Dura freuen. Sein Vater übernahm die Gaststätte von Familie Reinhard 1960 und führte sie zusammen mit seiner Frau bis Anfang der 70er Jahre. „Von Beruf war er kaufmännischer Angestellter und betrieb einen Lebensmittelladen in Herzfelde“, erzählte Hans Dura bei seinem Anruf. Nachdem seine Eltern den „Fährkrug“ übernommen hatten, wurde einiges umgebaut, um das Geschäft wieder in Gang zu bringen. Beliebt war der Ausflugsort auch bei Wassersportfreunden, die mit ihren Booten dort anlegten und bei jungen Leuten als Treffpunkt. „Für uns Kinder bedeutete so viel Betrieb, dass wir nach der Schule meinen Eltern natürlich helfen mussten“, so Hans Dura.
Im Familienalbum der Hardenbeckerin Bärbel Sydow befinden sich einige Fotos, die auf Spaziergängen dorthin entstanden sind. „Entweder man benutzte den Wanderweg am Wasserturm vorbei und dann am See entlang dorthin oder aber einen zweiten, der von der heutigen Heimstraße in Richtung Lübbesee führte. In der Nähe Morgenland überquerte man die Milmersdorfer Chaussee um dann durch die sogenannte Wolfsschlucht zu laufen“, berichtete Bärbel Sydow. Als Kind besuchte der Templiner Siegfried Lemke mit seinen Eltern das beliebte Ausflugsziel. „Als Jugendlicher bin ich später mit meinen Kumpels mit dem Boot dorthin gefahren.“
Wenn Veranstaltungen mit Musik im „Fährkug“ stattfanden, dann setzten dorthin wahre Völkerwanderungen ein, erzählte Manfred Paesler, der ebenfalls in Templin zu Hause ist. „Der Saal, der zur Gaststätte gehörte, war nicht sehr groß und bei solchen Anlässen immer voll.“ Beispielsweise, wenn dort die Band „Metronom“ mit Detlev Klausch, Manfred Brückmann und Joachim Tarnowski in den 1970er Jahren spielte. Oft getanzt hat während ihrer Jugend in der Gaststätte auch die heute 79-jährige Hildegard Kröpelin. Viel los war dort immer zu Himmelfahrt, berichtete Klaus-Dieter Kleiß, der ebenso in Templin wohnt. „Zum Tanz in den Mai und Himmelfahrt war der ,Fährkrug‘ ein Muss“, bestätigte die gebürtige Templinerin Sigrid Rendtel, die jetzt in Hamburg zu Hause ist. „Als Jugendliche fuhr ich dorthin mit dem Rad. Die Schankstube mit den Holzarbeiten, die heute fast als Museumsstück noch erhalten ist, fand ich wunderbar. Dort saß ich oft mit meinen Eltern und es gab Bratkartoffeln und Sülze, was hervorragend schmeckte. Mit dem Wirt wurde ein Pläuschchen gehalten.“ Sigrid Rendtel erzählte außerdem, dass der frühere Wirt Herr Reinhardt Kunde im Lebensmittelgeschäft ihrer Mutter war. „Ich habe noch immer das Bild vor Augen, wie er mit seiner Pferdekutsche zum Einkauf durch Templin fuhr.“ Wenn Sigrid Rendtel heute nach Templin kommt, dann geht sie nach wie vor gern in den „Fährkrug“, inzwischen ein moderner Hotel- und Restaurantkomplex. „Der Fährmann, der nach der Neugestaltung des Gastraumes dort einzog, stammt von meinem Sohn, dem Holzbildhauer Stephan-André Hahn“, ließ Vera Hahn aus Templin wissen.
Ganz anderer Art sind die Erinnerungen des Templiners Dr. Horst Albrecht. Er erzählte bei seinem Anruf von sehr gelungenen Faschingsveranstaltungen, die Templiner Ärzte, Apotheker und Tierärzte vor der Wende gemeinsam im „Fährkrug“ feierten. „1989/90 trafen sich dort Vertreter der Templiner und Zehdenicker SPD, um sich Gedanken in Sachen Kreisgebietsreform zu machen. Uns schwebte damals vor, aus den Städten Templin, Gransee, Zehdenick und Fürstenberg einen Kreis zu bilden“, erinnerte sich der Kommunalpolitiker, der auch Stadtverordneter ist. Als der neue „Fährkrug“ konzipiert wurde, haben die Stadtverordneten darauf geachtet, dass der Uferweg für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt, so Horst Albrecht.
Die richtige Antwort auf die Rätselfrage wussten außerdem Margit Dura, Wolfgang Tucholke, Klaus Behm, Eva Bertram, Jörg Schröder, Gertraud Heide, Dietrich Schulz, Margit Matzke, Wilfried Hempel, Horst Hagemann, Heinz Rösler, Inge Schlorke, Siegfried Hartig, alle aus Templin, Ute Just, Gollin, Peter Rosenthal, Vietmannsdorf, Karola Haertelt, Bremen, Klaus Bobermien, Neustrelitz, Friedhelm Ullrich, beruflich gerade in China unterwegs, Gisela Krüger, Gandenitz, Jörg Wachholz, Lychen sowie der Grunewalder Norbert Hegelow.

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