Nordkurier.de

Elftklässler wagen erste Schritte in die große Freiheit

Sabrina Tiede (links) weiß noch nicht, was nach der Schule kommt. Kassandra Beyer will Medizin studieren.  FOTO: Leonie Mielke
Sabrina Tiede (links) weiß noch nicht, was nach der Schule kommt. Kassandra Beyer will Medizin studieren. FOTO: Leonie Mielke

„Ich sag es euch“, ruft Christian Birringer, Studienberater an der Universität Rostock mit erhobenem Zeigefinger, „auf der Suche nach Studiengängen planlos im Internet zu surfen, ist wie Einkaufen mit leerem Magen. Das geht schief.“ Viel sinnvoller sei es, mit Eltern und Freunden über die eigenen Stärken zu reden, Praktika, Schnupperstudien und Selbsttests zu machen (zum Beispiel unter uni-rostock.deäStudiumäSelbsttest) und dann erst die Universitäten nach passenden Studiengängen zu durchleuchten, empfiehlt Christian Birringer.

Er war am Dienstag einer von neun Studienberatern, die den Schülern der Klassenstufe elf am Hochschulinformationstag des Templiner Gymnasiums einen Überblick über das Studium gaben: Was wird an den Universitäten gelehrt? Und wie kann man als Erstsemester ein allzu desaströses Partyleben vermeiden? Dass die Universitäten einen jungen Menschen auf einen bestimmten Beruf vorbereiten, sei ein weit verbreiteter Irrglaube, so Christian Birringer. Stattdessen sei es in vielen Studiengängen üblich, dass überwiegend Methodiken gelehrt würden, die in verschiedenen Jobs benötigt würden. Die Spezialisierung auf einen bestimmten Beruf erfolge oft erst nach dem Studium. So könne ein Mathematiker Radargeräte entwickeln oder Weltallbilder analysieren – im Studium werde er aber weder das eine noch das andere lernen, sondern nur Formeln.
Vielen Erstsemestern falle es sehr schwer, mit der plötzlichen Freiheit umzugehen, so Christian Birringer. Er rät angehenden Studenten, sich lieber an einer kleinen Universität zu bewerben. Dort, wo die Studenten vermisst werden, wenn sie nicht in der Vorlesung sitzen.

Die Schüler selbst machen sich aber gar nicht viele Sorgen, ob sie die nötige Selbstdisziplin für ein Studium aufbringen können. Sabrina Tiede (17) erzählt, ihre größte Angst sei es, das falsche Fach zu wählen und Zeit zu verlieren. Deshalb habe sie auch noch keine Ahnung, was sie studieren soll. Ganz anders Henry Steinfurth (17): Er will auf jeden Fall zur Bundeswehr.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×