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Es ist angeradelt!

Die Radfahrer aus Templin und Lychen sind wetterfest. Das haben mehr als 50 von ihnen beim gemeinsamen Saisonstart bewiesen. „Anradeln ist es für uns eigentlich gar nicht mehr, wir waren in diesem Jahr natürlich schon mit dem Fahrrad unterwegs“, sagt Doris Marlowski von der Seniorensportgruppe des Sportvereins Lok Templin. Ein radbegeistertes Ehepaar schließt sich an: „Wir sind geborene Radfahrer. Wir waren sogar am zweiten Weihnachtsfeiertag unterwegs.“ Wobei beide einräumen, dass es zu diesem Zeitpunkt wärmer gewesen sei als jetzt…
Klaus Stroß, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Templin (TMT), hat sich bei fünf Grad Celsius Außentemperatur für Skibekleidung auf dem Fahrrad entschieden. Für Roland Resch, der als Vorsitzender der Tourismusservice Templin die Gruppe aus der Kurstadt anführt, gibt es unmittelbar vor dem Startschuss von den erfahrenen Radlern des Seni-orenvereins eine Lehrstunde in Sachen Demokratie. Als er nämlich mehrere Streckenvarianten vorschlägt, gibt es lachenden Protest. Bei einer Radtour, so die Senioren, habe nur einer das Sagen. Da der Radweg stellenweise noch immer unter Eis und Schneematsch verschwunden ist, geht es für die 30 Anradler aus Richtung Templin auf der Straße über Gandenitz Richtung Alt Placht. Punkt eins geht es los. Die Lychener müssen sich aus demselben Grund wie die Templiner für die Tour auf der Straße entscheiden. Gegen 13.45 Uhr erreicht die gemütlich radelnde 23-köpfige Gruppe, die von Jana Thum und Juliane Rensch vom Lychener Tourismusverein angeführt wird, Densow. Zu diesem Zeitpunkt nähern sich die Templiner bereits aus Gandenitz kommend dem Tagesziel. Fünf vor zwei ist es geschafft, die Templiner stellen am Kirchlein im Grünen ihre Räder ab. Wenige Minuten später sind auch die Lychener da. Für die Touristiker beider Städte ist das Anradeln eine von vielen Aktionen, mit der sie auf die Region Uckermärkische Seen aufmerksam machen. Die TMT hat sich um die Versicherung gekümmert, die Lychener haben bei der Organisation der Hut auf. „Entstehende Kosten teilen wir uns“, kündigt Roland Resch an. „Es ist ein schönes Erlebnis, die Sonne scheint, wir haben viele Teilnehmer, so kann die Saison losgehen“, ergänzt Jana Thum.
Einziger Wermutstropfen für die unverdrossenen Radler bleiben die stellenweise unpassierbaren Radwege. Winterdienst war für eine Tour Anfang April nicht vorgesehen.

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