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Flippiges aus Filz begeistert nicht nur kreative Urlauber

Nicht nur draußen ist Frühling. Auch in der Filzblumenland- schaft grünt und blüht es.  FOTO: Jens Büttner
Nicht nur draußen ist Frühling. Auch in der Filzblumenland- schaft grünt und blüht es. FOTO: Jens Büttner

VonGrit Büttner

Er gehört zu den ältesten Textilien überhaupt – Filz. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich eine kleine Schar Künstler aufgemacht, den wollenen Walkstoff aus der Mottenkiste zu holen.

Retzow.Pure Maulbeerseide voller Farbe und Glanz packt Claudia Stark auf eine Schicht bunter Merinowolle. Ein Mix, den sie nun mit fliegenden Händen im seifigen Schaumbad knetet. Weiche Schals und Hüte, Schmuck und Stulpen, flippige Taschen oder fröhliche Frühlingsblumen entstehen in der Filzmanufaktur Retzow südlich von Plau am See. Die Atelierchefin beliefert mit den kunstvollen Unikaten Boutiquen und Galerien in ganz Norddeutschland. „Filz ist wieder hip“, betont die gelernte Sozialarbeiterin. Seit ein paar Jahren erlernen auch Urlauber, darunter viele Familien, bei ihr in Kursen das älteste textile Handwerk der Welt.
In Mecklenburg-Vorpommern haben etliche freischaffende Künstler in den vergangenen Jahren das Filzen entdeckt, wie eine Sprecherin der Handwerkskammer Schwerin sagt. Viele der rund ein Dutzend Filzwerkstätten seien für Besucher geöffnet, kunsthandwerkliche Seminare lockten viele Gäste an.
Die Kreativität von Kindern und Jugendlichen, will Handwerkerin Amalie Schick in ihren beiden Ateliers herauslocken. Dabei möchte die Autodidaktin aus Neu Wendorf bei Sanitz (Landkreis Rostock) ihrem Namen alle Ehre machen. Filz müsse weg vom Großmutter-Image, sagt sie.
„Tierisches“ produziert Susanne Wetzel in ihrer Filzwerkstatt „Viecheria“ in Qualitz bei Bützow (Landkreis Rostock). Blaue Elefanten, Löwen mit roten Zottelmähnen oder lustige Puppen werden in einem Stück gefilzt.
Unkonventionelle Festtagsgarderobe fertigt Martina Weiß in Heidekaten bei Wismar. Weil sie nicht nähen könne, filze sie Kleidung nahtlos aus feiner Wolle, Seide und Spitzen zusammen. Sogar edle Hochzeitskleider seien so schon entstanden.
Katharina Garlipp aus Karow findet Filz auch für Wohnräume schick. Sie modelliert abstrakte Gemälde aus uriger einheimischer Wolle von Schwarzkopf- und anderen Schafen.

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