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Für ein Wochenende ist wieder Leben im Gymnasium

Im baufälligen Teepavillon wird der Verein Sicherungsarbeiten vornehmen. Dem idyllisch gelegenen Kleinod kommen auch die Erlöse aus dem Konzert zugute.  FOTOs (2): birgit Bruck
Im baufälligen Teepavillon wird der Verein Sicherungsarbeiten vornehmen. Dem idyllisch gelegenen Kleinod kommen auch die Erlöse aus dem Konzert zugute. FOTOs (2): birgit Bruck

VonBirgit Bruck

Mit einem Arbeitseinsatz und einem Konzert macht ein preisgekrönter Verein auf das traditionsreiche Joachimsthalsche Gymnasium aufmerksam.

Templin.Für ein langes Wochenende zieht wieder Leben ein in das einstige Joachims-
thalsche Gymnasium.
Ab Donnerstag werden Mitglieder des Vereins zur Kunst- und Kulturförderung in den Neuen Ländern e.V. (VKF) auf dem Gelände arbeiten. Das Engagement, so kündigt der Verein an, soll eine neue Nutzung möglich machen und die Aufmerksamkeit von Templinern und Gästen auf das geschichtsträchtige Terrain lenken. Die freiwilligen Helfer aus der ganzen Bundesrepublik wollen in ihrem Himmelfahrts-Workshop vor allem an den denkmalgeschützten Außenanlagen des ehemaligen Gymnasiums arbeiten und das historische Teehaus am Ufer des Stadtsees baulich sichern. Außerdem kündigen die Initiatoren an, die Aula so herzurichten, dass sie sich zur Nutzung für kulturelle Veranstaltungen eignet. Das Ergebnis soll bereits am Sonnabend um 19.30 Uhr mit einem Benefizkonzert präsentiert werden. Das Streichquartett der Jungen Deutschen Philharmonie spielt in diesem besonderen Ambiente Werke von Peter Tschaikowsy, Igor Strawinsky und Joseph Haydn. Der Eintritt ist frei, die Besucher werden um eine Spende für den Erhalt des Teepavillons gebeten.
Der aus einer Studenteninitiative entstandene Verein VKF leistet seit über 20 Jahren „grenzübergreifend, spontan und unkompliziert“ Hilfe bei der Sicherung und Instandsetzung von Baudenkmälern. Über 700 Mitglieder des 1992 aus einer Studenteninitiative gegründeten Vereins im Alter zwischen
20 und 45 Jahren werden bei den Arbeitseinsätzen zu Maurern, Restauratoren, Dachdeckern und Gärtnern. Der Verein konnte bererits rund 40Restaurierungsprojekte umsetzen und erhielt zahlreiche Ehrungen, unter anderem den Preis der Deutschen Einheit 2008 und den„Europa-Nostra-Preis“der Europäischen Union für das Kulturerbe 2013, den die Vereinsgründer im Juni in Athen überreicht bekommen.
Über einen Beitrag in der „Süddeutschen Zeitung“ über das Joachimsthalsche Gymnasium aufmerksam geworden, haben sich die Initiatoren für Arbeiten an der einstigen traditionsreichen Bildungsstätte in Templin entschieden. Hierher war die 1607 vom Kurfürsten gegründete Eliteschule 1912 verlegt worden – in ein attraktives Areal mit großzügigen Gebäuden und Gärten am Ufer des Stadtsees.
Zuletzt als Fachschule für Sozialpädagigik genutzt, steht das Ensemble seit 1996 leer. Auch die Versteigerung an den Berliner Immobilienmakler Christina Kolbe brachte bislang keine Wiederbelebung des einstigen Gymnasiums.
Mit dessen Einverständnis wird der Verein am Wochenende aktiv. Die Akteure hoffen, damit einen Anstoß für eine nachhaltige Belebung des Baudenkmals geben zu können.

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b.bruck@uckermarkkurier.de

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