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Gegen Wildwuchs im Schilderwald

Verschwindet die Attraktivität Lychens in einem Schilderwald? Einem ungenehmigten noch dazu? Verwirrende Ansammlungen unterschiedlichster Hinweise zum Beispiel am Abzweig in Richtung Retzow haben den Bauausschuss veranlasst, jetzt Licht ins Schilderdickicht zu bringen. Zur Erhellung beitragen soll zunächst die Beantwortung der Frage: Welche Schilder sind wo erlaubt? Das regeln im Wesentlichen die Brandenburger Bauordnung und die Gestaltungssatzung der Stadt Lychen. In der Bauordnung wird vor allem unterschieden zwischen Schildern „an der Stätte der Leistung“ und welchen, die sich nicht dort befinden. Für erstere braucht der Werbende eine Baugenehmigung, für die letzteren nicht – wenn der Hinweis nicht größer als 2,50 Quadratmeter ausfällt. Es gibt Ausnahmen: Weist die Werbeanlage auf eine Veranstaltung hin, ist sie bis zu einer gewissen Größe genehmigungsfrei. Gibt es außerdem eine „örtliche Bauvorschrift", also eine entsprechende Satzung, die Größe, Gestaltung, Farbe und Anbringungsort von Werbeanlagen festlegt, sind Anlagen bis zu zehn Quadratmetern genehmigungsfrei. Das gilt auch für „nicht amtliche Hinweisschilder an Verkehrsstraßen und Wegabzweigungen", deren Aufstellung durch die zuständige Straßenbaubehörde gestattet ist. Es bedarf also einer gründlichen Inventur im Lychener Schilderwald, um festzustellen, welches Schild offiziell am Wegesrand steht und welches nicht. Für die „Inoffiziellen“ müsste der Eigentümer eine Baugenehmigung einholen – oder es abbauen.
Bauausschussvorsitzender Uwe Ruhnau hat angekündigt, dass man bei der Lichtungsaktion das Gespräch mit den Betreffenden suchen werde. Auch darüber, ob es nicht besser wäre, sich am grünbeschilderten Wegeleitsystem der Stadt zu beteiligen und auf zusätzliche Schilder zu verzichten. Dessen Überarbeitung und die Ausweitung von Regelungen der Gestaltungssatzung sollen helfen, künftig Wildwuchs im Schilderwald zu verhindern.

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