Hilfe per Telemedizin

Visite im Sana Krankenhaus: Eine der ersten Stationen der beiden Bürgermeister Andreas Bee (Mitte) und Detlef Tabbert führte sie zu Dr. Ruth Mähl, Chefärztin in der Klinik.
Visite im Sana Krankenhaus: Eine der ersten Stationen der beiden Bürgermeister Andreas Bee (Mitte) und Detlef Tabbert führte sie zu Dr. Ruth Mähl, Chefärztin in der Klinik.

Die erste „Visite“ findet am Bildschirm statt. Dr.Ruth Mähl, leitende Chefärztin des Templiner Sana Krankenhauses, führt die Besucher vor einen Bildschirm mit Webcam. Am anderen Ende ein Neurologe des Berliner Unfallkrankenhauses. Er erläutert den Bürgermeistern der Partnerstädte Templin und Bad Lippspringe das Szenario bei einem Schlaganfall: Innerhalb von Minuten können Aufnahmen des Computertomografen übertragen und ausgewertet werden, mit dem Arzt gesprochen und der Patient – übrigens in einer auch die Besucher beeindruckenden Bildqualität – in Augenschein genommen werden. Rund um die Uhr stehen im Notfall die Spezialisten in Berlin dem Team in Templin zur Verfügung.

Telemedizin wurde primär in der Radiologie umgesetzt. „Bei der Einführung dieser Technik gab es noch viele Vorbehalte, nach einem halben Jahr wollte davon niemand mehr etwas wissen“, erinnert sich Ruth Mähl und ergänzt: „Hier ist aus der Not etwas Besonderes entstanden und die Patienten profitieren davon.“ Schließlich hätten Menschen hier ein Recht auf dieselbe Überlebenschance, etwa bei einem Schlaganfall, wie die, die direkten Zugang zu den medizinischen Zentren der Großstädte hätten, betont Bürgermeister Detlef Tabbert (Die Linke). Im Aufbau befindet sich zurzeit die Telekardiologie mit den Kollegen des Sana Klinikums Lichtenberg.

Das Templiner Krankenhaus gehört zur Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH, deren Mehrheitsgesellschafter die Sana Kliniken AG ist. Tabberts parteiloser Amtskollege Andreas Bee sieht die Arbeit und die Ausrichtung der Templiner Einrichtung in einem besonderen Fokus. Der Bürgermeister ist Aufsichtsratsvorsitzender des Medizinischen Zentrums für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe, einem Verbund aus sechs Kliniken. Die 15000-Einwohner-Stadt ist Träger des MZG, das über rund 200 Betten für die Akutbehandlung und 600 in Rehakliniken verfügt und 850 Beschäftigte hat. Eigenen Pressemitteilungen zufolge befindet sich der gegenwärtig defizitäre Verbund in einer Umstrukturierung. „Finanzielle Altlasten und hohe Instandhaltungskosten verhindern aktuell den Sprung in die Gewinnzone. Im Jahr 2013 strebt das MZG ein ausgeglichenes Ergebnis an. Im Jahr 2014 soll dann endgültig ein positives Ergebnis erzielt werden“, heißt es. Eine Privatisierung steht in Bad Lippspringe jedoch nicht auf der Tagesordnung, erklärt Andreas Bee auf Nachfrage und betont: „Ich finde es gut, dass es beide Modelle – Einrichtungen in privater und in kommunaler Trägerschaft – gibt.“ Von der Arbeit im Krankenhaus der uckermärkischen Partnerstadt, das Ruth Mähl engagiert und detailreich präsentierte, zeigt sich der Verwaltungschef sehr angetan: „Klasse, was hier passiert. Mit großem Interesse habe ich die technische Vernetzung mit Berlin zur Kenntnis genommen, aber auch, dass hier Menschen mit sehr viel Herzblut bei der Sache sind.“

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b.bruck@uckermarkkurier.de

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