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Hilfsfrist für die Polizei gefordert

VonHorst Skoupy

Marodierende Banden und eine wachsende Zahl von Einbrüchen in der Region beunruhigen die Bürger.

Uckermark.„Wir müssen den Menschen sagen, dass sie jeden Diebstahl zur Anzeige bringen müssen. Nur so können wir den Finanzminister mit seinen Sparorgien in die Schranken weisen.“ Mit diesem Appell warnte der CDU-Landtagsabgeordneter Henryk Wichmann vor Resignation. Rückläufige Anzeigenzahlen bei der Polizei würden die falschen Signale in Richtung Landesregierung senden, mahnte er. Weil Einbrüche, vor allem auch bei Unternehmen, Vandalismus marodierender Banden und zuletzt sogar die Sprengung eines Fahrkarten-Automaten die Bürger verunsichern, hatte der CDU-Ortsverband zu einem öffentlichen politischen Frühschoppen zum Thema „Steigende Kriminalität – alles sicher in Templin?“ eingeladen. Der Ortsverbandsvorsitzende Lars Ritter konnte dazu den Leiter der Polizeiinspektion Hans-Jürgen Klinder begrüßen. Von ihm wollte er unter anderem wissen, ob die Zunahme solcher Delikte im Zusammenhang mit den Einsparungen bei der Polizei als Folge der Polizeireform im Land Brandenburg stehen.
Diese Kausalität konnte Hans-Jürgen Klinder entkräften. Mit sechs Streifenwagen für die Uckermark rund um die Uhr einschließlich Personal sei die Polizeiinspektion genauso ausgestattet, wie vor der Reform. Auch Diskussionen über Demotivation und Krankmeldungen bei den Beamten, ließ er für seine Inspektion nicht gelten. „Die Inspektion hat mit acht Prozent den niedrigsten Krankenstand im Land“, erklärte er. Dass die Zahl der Einbrüche in der Uckermark zugenommen hat, bestätigte er. Wichmann führte diese Phänomen auf das Wohlstandsgefälle zurück, das in Richtung Osten abnimmt. Klinder unterstrich: „Es wird alles geklaut, was sich schnell zu Geld machen lässt“.
Vor diesem Hintergrund forderte Wichmann ein Umdenken bei der Landesregierung. Polizei dürfe nicht nach dem Gießkannenprinzip im Land verteilt werden. In Regionen mit einer höheren Kriminalitätshäufigkeit auf die Einwohnerzahl gerechnet, wie die Uckermark eine ist, müsse durch mehr Polizeipräsenz Druck auf Kriminelle ausgeübt werden.
Bernd Ziemkendorf brachte einen anderen Aspekt zur Sprache. Für Rettungsdienst und Feuerwehr gelte eine Hilfsfrist von 15 Minuten, bis Hilfe eintreffen muss. Für die Polizei gebe es eine solche Frist nicht. Während dies eine Aufgabe für den Gesetzgeber sei, forderte er für besetzte Polizeiwachen, in denen Bürger jederzeit Anzeige erstatten können.

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