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In einer Traumwelt präsent

Mariska Stuijt kreiert in ihrem Lychener Atelier Collagen der besonderen Art.  FOTO: Felix Lange
Mariska Stuijt kreiert in ihrem Lychener Atelier Collagen der besonderen Art. FOTO: Felix Lange

Dass Farben süchtig machen, kann die bildende Künstlerin Mariska Stuijt nur bestätigen. Seit einem Jahr bereichert sie – gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Henri van Zanten – die Lychener Kunstszene.

Die Hausherrin öffnet in einem türkisfarbenen Sari die Tür zu ihrer Altbauwohnung unter dem Dach. „Ich bin gerade von einem längeren Indienurlaub zurückgekehrt“, erzählt die Künstlerin. Im Süden dieses Landes hole sie sich ihre Inspirationen. Die Farbenpracht und die fröhlichen Menschen hätten es ihr dort angetan. „Es scheint dort alles möglich zu sein und bietet sehr viel Freiraum“, schwärmt die Künstlerin.
Eine lange Holztischplatte in ihrem Atelier gibt den Blick auf Pinsel, Farben, Stoffe und Bilder von der letzten Indienrreise preis. Die Farbe ihres Sari passt zu ihren Collagen. Inspiriert von der englischen Zeitschrift „National Geographic“ schneidet sie Fotografien aus und kreiert einen farblich abgestimmten Rahmen dazu. Alles zusammen setzt sie ins Verhältnis und schafft damit eine neue Welt. „Man nennt das dann Paintage, einen Mix aus Malerei und Collage“, erklärt Mariska Stuijt. Sie benutze am liebsten warme Frühlingsfarben wie Pink, Türkis oder Kiwigrün. Mit viel Liebe zum Detail. Auf jeder Collage sei sie selbst präsent, weil sie eine so schöne Traumwelt kreiere, in der sie selber leben möchte. „Ich bin dann ein Teil davon“, sagt sie.
Die 32-Jährige hat in Hannover Grafikdesign, danach ein Jahr im holländischen Groningen Bildende Kunst und vier Jahre Werbung in Rotterdam an der Kunstakademie studiert. Nach acht Jahren in Rotterdam will sie sich in der Flößerstadt, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, künstlerisch etablieren und sich in verschiedenen Projekten engagieren.

Warum in Lychen? „Die Gegend und die Menschen faszinieren uns“, lautet ihre Antwort. Außerdem habe auch die tolle Wohnung direkt am See die Entscheidung erleichtert. Sie liebe die deutsche Kultur. „Ich mag es, dass man sich intellektuell mit vielen Dingen auseinandersetzen kann und dass es hier gute Radiosender gibt. Der Deutsche habe für vieles ein besonderes Bewusstsein. Im Gegensatz zu Holland setze er sich hier damit auseinander und diskutiere auch gern. In Holland werde die Kunst nicht so wertgeschätzt und von den Menschen gar nicht so wahrgenommen, kritisiert Mariska Stuijt. In Deutschland wisse man um die Bedeutung der Kunst für die Gesellschaft und habe mehr Kulturbewusstsein.
 

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