
| Tourismus/Freizeit |
von Redaktion
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Mit der Übergabe der Auszeichnung „Dehoga-Umweltcheck“ durch den Dehoga-Geschäftsführer Olaf Lücke an Hans-Jürgen Noack vom Sport- und Bildungszentrum Lindow begann gestern im Ahorn Seehotel ein Workshop „Klimaschutz und Energieeffizienz für Tourismusanbieter“. Das brandenburgische Tourismusunternehmen, das 220 Übernachtungsplätze bereit- und Schwimm- und Sporthalle unterhält, schien prädestiniert dafür, den Teilnehmern aus der Uckermark zu verdeutlichen, welche Vorteile es bringen kann, sich klimaneutralem Arbeiten zu stellen. Schließlich laufen in dem Sport- und Bildungszentrum jährlich Energiekosten von 300 000 Euro auf. Davon nur zehn Prozent einzusparen, bedeute Puffer für einen ganzen Arbeitsplatz, machte Olaf Lücke deutlich. Der Lindower Unternehmer hat in den 150 Euro teuren Umweltcheck erst mal nicht extra investiert. „Wir wollten einfach schauen, wo wir stehen und welche Reserven wir haben“, sagte Hans-Joachim Noack. Die Investition in ein hauseigenes Blockheizkraftwerk helfe bereits deutlich, Energie zu sparen. Es werde sich bereits nach drei bis vier Jahren amortisiert haben, schätzte Noack ein. Doch so in die Vollen können nicht alle Häuser gleichermaßen gehen können. Während des von der tmu Tourismus Marketing Uckermark GmbH in Zusammenarbeit mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde initiierten Workshops sollten auch kleineren touristischen Leistungsträgern Handlungsoptionen vermittelt werden, wie sie sich dem Klimawandel stellen, zugleich Betriebskosten senken und neue Kunden gewinnen können. Studien haben gezeigt, dass zwischen 20 und 25 Prozent der potenziellen Kunden auf klimaneutrales Handeln der Leistungsträger ansprechen, weil sie eigene Werte darin wiederfinden und auch im Urlaub fortgesetzt fühlen, berichtete Prof. Dr. Wolfgang Strasdas von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Solche Kunden seien bereit, 10 bis 15 Prozent mehr für touristische Dienstleistungen zu zahlen, wenn die Qualität stimme.
Hans-Dieter Thiemke vom Hotel Wendenkönig in Prenzlau zum Beispiel ersetzte alle 28 Deckenstrahler à 35 Watt an Tresen und Bar durch 4-W-LED-Leuchten. „Im ersten Jahr sparte ich schon 150 Euro, in den nun folgenden jeweils 650 Euro“, berichtete Thiemke.
Bereits nach dem Einführungsvortrag wurde eines jedoch schnell klar: Die größten Potenziale für klimaneutrale touristische Dienstleistungen seien zum einen klimaneutrale Transporte der Waren, was nur über die Verarbeitung regionaler Produkte und durch regionale Logistiknetzwerke möglich werde. Zum anderen sei es die Frage des klimaneutralen Reisens. Voraussetzung dafür sei ein gut ausgebautes Netz öffentlicher Verkehrsmittel, insbesondere des Bahnverkehrs. Damit sei die Uckermark allerdings nicht gerade verwöhnt, wie es unter anderem Roland Resch vom Naturpark Uckermärkische Seen zur Sprache brachte. Was nutze es, wenn die Uckermark zwar als „Fahrziel Natur“ beworben werde und man sich neuerdings auch in der Bahn massieren lassen könne, aber die Abstimmungen zwischen Bus und Bahn nicht stimmten und der wichtigste Anschlussbahnhof Fürstenberg nicht gut genug zu erreichen sei. Die tmu stehe zu diesem Fragenkomplex in Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG, versicherte Stefan Zierke von der tmu. So sei es denkbar, dass Reisende in Zukunft auch einmal Fahrkarten kaufen können, mit denen sie in dem ruhigen Gewissen mit der Bahn reisen, dass der Transporteur im Umfang dieser „grünen Fahrscheine“ seine Schienenfahrzeuge mit Strom aus erneuerbaren Energien auf die Reise schicke.
Natürlich dürfe man nicht die Augen davor verschließen, dass das öffentliche Verkehrsnetz im ländlichen Raum nie so dicht ausgebaut sein werde wie in urbanen Zentren, sagte Prof. Dr. Strasdas dem Uckermark Kurier. Aber dafür müssten dann neue Lösungen gefunden werden, die Gäste wenigstens für die weite Anreise auf die Bahn zu bekommen und die Mobilität während ihres Aufenthaltes in der Region zum Beispiel über ein Netzwerk von Mietfahrzeugen – dann gern auch Elektro- oder Biogasautos – zu gewährleisten. Schließlich sollen die Gäste der Uckermark am Ende auch tatsächlich sagen können „Grün ist dufte“, wie es auf den Plakaten des Workshops zu lesen war.
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