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Lohn im Wäschekorb

Das Sägewerk mitten in der Stadt nutzte das Wasser des Stadtsees, belegte Margit Dura mit dieser historischen Ansichtskarte.  FOTO: Archiv Dura
Das Sägewerk mitten in der Stadt nutzte das Wasser des Stadtsees, belegte Margit Dura mit dieser historischen Ansichtskarte. FOTO: Archiv Dura

Den Umzug zur 700-Jahrfeier im Jahre 1932 erkannte auf dem Guckkastenfoto auch Sigrid Rendtel. „Als Kind erlebte ich noch die Brauereipferde von der Schultheiß-Brauerei in der Bahnhofstraße 13“, schrieb die ehemalige Templinerin. Sie erinnerte daran, dass sich gegenüber dem Sägewerk, einst ein Holzlagerplatz (später Konsumbaracke, Schülergaststätte, heute Parkplatz) befand. In Erinnerung blieb ihr aus dem Kino im Hotel Seebad der Film „Mein weißer Traum“ mit dem Lied „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“. Den früheren Besitzer oder Pächter des Kinos Bröckel habe sie persönlich gekannt. „Nach seiner Flucht in den Westen 1960 hatte er ein Kino in Westberlin in der Müllerstraße, dorthin kamen noch aus Anhänglichkeit viele Templiner.“
Eine Anekdote aus der Zeit des Betriebes Adolf Werner gab Herbert Rengert noch zum Besten. In der Inflationszeit seien die Frauen am Lohntag gleich morgens mit Wäschekörben mit in die Firma gekommen, um den Lohn ihrer Männer in Empfang zu nehmen und sofort umzusetzen. „Morgens gab es dafür vielleicht noch ein Brot, abends gerade noch ein Brötchen“, so Rengert.

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