Nordkurier.de

Mit dem Flieger in die Armut

Grit und Wellington Schäfer packten ihre Koffer für ihre Mission in Brasilien.  FOTO: Ines Markgraf
Grit und Wellington Schäfer packten ihre Koffer für ihre Mission in Brasilien. FOTO: Ines Markgraf

"Die Familien sind so arm, dass die Kinder in Schlüpfern herumlaufen“, gibt Grit Schäfer ihre Eindrücke wieder. Im vergangenen Jahr besuchte die sympathische Physiotherapeutin die Familie ihres Mannes Wellington in dem kleinen brasilianischen Ort Itaborai, nahe Rio de Janeiro. „Viele Familien haben fünf bis zehn Kinder. Es gibt keine staatliche Unterstützung und die Armut ist dort enorm groß“, erzählt die 38-Jährige. Schon im Oktober besuchte sie dort bedürftige Familien, überbrachte Spielzeug, Kleidung und finanzielle Zuwendungen.

Am heutigen Montag sitzt sie erneut mit ihrem Mann im Flugzeug und hat im Gepäck zahlreiche Spenden, die von Patienten, Freunden und Ärzten gestiftet worden sind. Vor Ort wird Grit Schäfer von ihren drei Schwägerinnen erwartet, die im Vorfeld bereits die Familien ausgesucht haben, die dringend Unterstützung benötigen. Puppen, Puzzle, Autos, niedliche Kleidchen, T-Shirts und Hosen werden dann in den kommenden drei Wochen verteilt. „Meine Schwester Lilien ist helfende Lehrerin und hat den Kontakt zur Grundschule hergestellt. Mit den Geldspenden wollen wir eine Renovierung veranlassen und benötigtes Lernmaterial kaufen“, so der 32-Jährige. Er lebt seit zwei Jahren in Deutschland, davon 18 Monate in Wichmannsdorf. „Wir haben uns durch eine Sportverletzung kennengelernt“, erzählt der Fußballer, der jetzt beim FC Victoria spielt und in Rio auf einer internationalen Schule zum Masseur ausgebildet wurde. „Die Ausbildung wird in Deutschland leider nicht anerkannt“. Grit Schäfer hat ihren Mann „trotzdem“ eingestellt und weiß die Privatpatienten bei ihm in guten Händen.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×