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Mit künstlicher DNA auf Nummer sicher

Unter einer UV-Lampe leuchtet die künstliche DNA auf den markierten Gegenständen – die Chance für die Polizei, mit USB-Kameras die Codes auszulesen und in der Datenbank den wahren Eigentümer zu ermitteln, erfuhren die Unternehmer auf einer Informationsveranstaltung.
Unter einer UV-Lampe leuchtet die künstliche DNA auf den markierten Gegenständen – die Chance für die Polizei, mit USB-Kameras die Codes auszulesen und in der Datenbank den wahren Eigentümer zu ermitteln, erfuhren die Unternehmer auf einer Informationsveranstaltung.

Eine Einbruchsserie beunruhigte im zurückliegenden Winter in Templin Einwohner wie Geschäftsleute. Angriffe auf Fahrzeuge und Maschinen schienen ohnehin schon fast zur Normalität geworden zu sein.
Grund genug für die Unternehmervereinigung Uckermark, sich dem Thema Un-
ternehmenssicherheit in der Uckermark und Diebstahlsprävention verstärkt zu widmen. Der Templiner Regionalpräsident Hartmut Scharlau hatte dazu jetzt inte-
ressierte Unternehmer der Region Templin zu einer Informationsveranstaltung in den Seniorenlandsitz eingeladen.

Ob es nun daran liegt, dass die Einbruchsserie in Templin gestoppt werden konnte und Tatverdächtige ermittelt wurden, wer weiß. Die Resonanz auf die Einladung hielt sich in Grenzen, bedauerte nicht zuletzt auch Martina Spann von der WDU Dienstleistungs GmbH, die den Templinern die vielfältigen Angebote des Schwedter Sicherheitsservices vorstellte.

Solche Vorsorgemaßnahmen, dazu konventioneller Schutz durch vernünftige Türen und Schlösser, kombiniert mit dem Eigentumsschutz mit künstlicher DNA, erhöhe die Chance um ein Vielfaches, Einbrecher abzuwehren, erläuterte Harald Löschke von der Polizeiinspektion Uckermark.

Die Unternehmer zeigten sich überrascht über die technische Weiterentwicklung der künstlichen DNA seit Beginn der Einführung in der Uckermark 2011. Harald Löschke berichtete, dass sich bereits mindestens 350 Eigentümer im PLZ-Bereich 17… in der zentralen Datenbank hätten erfassen lassen. Die Starterkits abgerufen hätten vermutlich noch viel mehr Bürger und Firmen. 400 Starterkits seien in Schwedt dank Fördermitteln ausgegeben worden. Ebenso hatte Prenzlau für seine Einwohner Starterkits mit Förderung beschafft. In Templin profitieren Bürger von Rabatten für Sammelbestellungen, die das Ordnungsamt der Stadt (Ute Stahlberg) entgegennimmt.

Diebesgut über die künstliche DNA zu identifizieren, dem rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben und Täter zu überführen, gelinge aber nur, wenn die Anwender sich in der Datenbank registrieren ließen, appellierte Löschke. 20 Prozent der Wirkung dieser Präventionsmaßnahme beruhe darauf, dass Tatort, Täter und Diebesgut über die DNA-Spuren miteinander verbunden werden können und sich markiertes Diebesgut schlechter verkaufen lasse. 80 Prozent der Wirkung basiere auf Abschreckung der Täter. Überall da, wo künstliche DNA zur Anwendung komme, weisen zumeist große Schilder darauf hin, dass Täter mit dem Diebesgut keine Freude haben werden, wurde Harald Löschke nicht müde, auf verschiedensten Veranstaltungen zu erläutern. Die Erfahrungen aus Bremen, Bremerhaven und im Land Brandenburg besagten inzwischen, dass dort, wo künstliche DNA zum Einsatz komme, die Gefahr für Eigentümer um das Zehnfache geringer sei, Opfer einer Straftat zu werden als ohne diesen Schutz. Die Zahl der Kfz-Diebstähle in Frankfurt/Oder sei seit dem Einsatz der künstlichen DNA um 15Prozent zurückgegangen. Von 800 markierten Fahrzeugen sei kein einziges angegriffen worden. Selbst dort, wo trotz Warnhinweisen gestohlen wurde, seien meist nur nicht markierte Gegenstände verschwunden. Im Bereich der Industrie (Bahn, Bergbau, Energie) sei der Schaden durch Buntmetalldiebstähle mit dem Einsatz künstlicher DNA in Deutschland um 40Prozent zurückgegangen.
Als besonders wirkungsvoll habe sich erwiesen, wenn Anwohnerinitiativen gemeinsam ganze Eigenheimsiedlungen, Straßenzüge, Garagenkomplexe auf diese Weise sicherten, so Löschke.

Mittlerweile habe sich auch die Wissenschaft des Themas angenommen und spezielle Applikationen zum Beispiel für den Schutz von Solarmodulen, zum Einbau von künstlicher DNA in Markenprodukten und in Agrartechnik entwickelt. Selbst hitze- und UV-Licht-beständige und kratzfeste Varianten gebe es inzwischen in Form von Gelen, Sprühflüssigkeiten, Staub. Gern erläutert Harald Löschke privaten und Firmeneigentümer die passenden technischen Möglichkeiten für den jeweiligen Anwendungsbereich.
Kontakt: 03984 350

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s.werner@uckermarkkurier.de

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