Mi. 06. Juni 2012
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Drama in Angermünde von Horst Skoupy

Neugeborenes Baby ausgesetzt

In Angermünde trauen Passanten ihren Augen nicht. An der Verladerampe eines Einkaufsmarktes liegt ein Neugeborenes.

porträt
Phantombild: So sieht die Mutter des ausgesetzten Babys aus.
Foto: Polizei
Angermünde (hsk)  

Die Nachricht verbreitete sich am Dienstagnachmittag wie ein Lauffeuer in Angermünde. In der uckermärkischen Stadt war ein neugeborenes Baby ausgesetzt worden. Noch am gleichen Tag begann die fieberhafte Suche der Polizei nach der Mutter des Kindes.

„Passanten hatten gegen 14 Uhr die Polizei informiert, dass sie an der Verladerampe eines Einkaufsmarktes ein Baby entdeckt hatten“, bestätigte gestern Peter Salender, Pressesprecher der Polizeidirektion in Frankfurt/Oder. Polizei und Rettungsdienst wurden alarmiert.

Komplikationen bei der Mutter nicht ausgeschlossen

Nach einer ersten Untersuchung von Notarzt und Rettungssanitätern konnte Entwarnung gegeben werden: Der Säugling – ein Mädchen – lebt. Zur weiteren medizinischen Versorgung wurde das Neugeborene in das Werner Forßmann Krankenhaus Eberswalde gebracht. Angaben der Polizei zufolge geht es dem Kind gut. Die Klinik indes wollte Informationen über den Gesundheitszustand des Säuglings weder bestätigen noch dementieren.

In Angermünde laufen inzwischen die Ermittlungen der Polizei nach der Identität der Mutter auf Hochtouren. „Vordringlichste Aufgabe der Polizei ist nun, die Kindesmutter zu finden, da gesundheitliche Komplikationen nicht ausgeschlossen werden können. Möglicherweise sind diese bereits eingetreten und schnelle ärztliche Hilfe macht sich notwendig“, erklärte Peter Salender.

Jugendamt kümmert sich um das Mädchen

Zeugen wollen an der Fundstelle eine Frau beobachtet haben, die die Mutter des Kindes sein könnte. Mit deren Hilfe fertigte die Polizei ein Phantombild an und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Zugleich hofft die Polizei, dass sich die Mutter des Kindes selbst ein Herz fasst und bei der Polzei meldet.

Die Zukunft des kleinen Mädchens sei  vorerst gesichert. „Das Jugendamt des Landkreises Uckermark hat eine Bereitschaftspflegestelle bereit gestellt. Nach dem Krankenhausaufenthalt kann das Kind dort versorgt werden“, informierte gestern Jörg Brämer aus dem Büro des Landrates. Der weitere Verlauf der Dinge sei abhängig von den Ermittlungsergebnissen der Polizei. 

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