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Praktikumsfleiß mit Ausbildungsvertrag belohnt

Lucas Beyer freut sich, dass er während seines Praktikums unter Anleitung von Daniel Krause auch kleine Arbeiten erledigen darf, die etwas mit seinem Wunschberuf zu tun haben.  FOTOs: M. Kumkar
Lucas Beyer freut sich, dass er während seines Praktikums unter Anleitung von Daniel Krause auch kleine Arbeiten erledigen darf, die etwas mit seinem Wunschberuf zu tun haben. FOTOs: M. Kumkar

Dass er auf der Suche nach einer Lehrstelle in seiner Heimatstadt Templin fündig wird, besser hätte es für Zehntklässler Lucas Beyer gar nicht laufen können. Damit nicht genug: Ausgebildet wird er in seinem Wunschberuf KfZ-Mechatroniker ab August in der freien Autowerkstatt K & K. Dort ist Lucas, der an der Oberschule Templin lernt, kein Unbekannter. Er nimmt am zweijährigen IHK-Programm „Produktives Lernen“ teil. Ein Angebot für Jugendliche in Klasse neun und zehn, die zuvor durch schulische Probleme auffielen. Sie besuchen an zwei Tagen der Woche die Schule und sammeln an den restlichen drei Tagen praktische Erfahrungen in Unternehmen.
Lucas lässt auf „seinen“ Betrieb nichts kommen: „Die Chefs sind in Ordnung. Man bekommt als Praktikant nicht irgendwelche Aufgaben, sondern solche, die mit dem Beruf zu tun haben“, sagt er. Auch Daniel Winter, der ebenfalls am „Produktiven Lernen“ teilnimmt und im vergangenen Jahr in der Werkstatt praktisch arbeitete, hat diesen Einsatz noch in guter Erinnerung: „Hier läuft Teamarbeit so, wie man sie sich vorstellt“, meint er.

Für Daniel Krause, der die Werkstatt gemeinsam mit Mario Kählke betreibt, ist das seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Die Jugendlichen würden im Betrieb nicht nur den Besen schwingen, sondern auch kleinere Reparaturarbeiten selbstständig durchführen. Nur so könne man in Erfahrung bringen, wer für diesen handwerklichen Beruf überhaupt geeignet ist, sagt er. „Wir wollen schließlich für unser eigenes Unternehmen ausbilden.“ So positive Erfahrungen wie mit Lucas mache man allerdings nicht mit jedem Praktikanten, sagt er in diesem Zusammenhang ohne Umschweife. Überzeugt hat neben dem Oberschüler aufgrund seiner Leistungen ebenfalls ein Jugendlicher, der die Förderschule besucht. Er wird dafür ebenfalls mit einem Ausbildungsvertrag belohnt. „Wir schauen eben nicht nur auf die Zensuren, sondern auch darauf, wie sich die Schüler in der Praxis anstellen“, ergänzt Rainer Krause, der sich in der Firma unter anderem um die Azubis kümmert.

Für Lehrer Jörg Strohschein, der das Programm an der Oberschule betreut, ist wichtig, dass Daniel Krause und Mario Kählke bei ihren Schützlingen ebenso auf Pünktlichkeit, Ordnungssinn und Teamfähigkeit achten. „Und nicht zuletzt motivieren sie die Schüler auch, neben ihren praktischen Tätigkeiten die schulischen Aufgaben nicht zu vernachlässigen.“

So viel Zuverlässigkeit muss anerkannt werden: Deshalb hat die Oberschule Templin das Unternehmen „K & K Die Werkstatt“ für eine Ehrung vorgeschlagen, die die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg, die IHK-Ostbrandenburg und das Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg e.V. vergeben. Die Templiner Werkstatt gehörte zu den 19 Ostbrandenburger Betrieben, die in Eberswalde für ihre ausgezeichnete Berufs- und Studienorientierung geehrt wurden.

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