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Spargel für Bonhoeffer

Im Gasthaus Brandt in Kuhz ließ sich Dietrich Bonhoeffer den Spargel schmecken.  FOTO: Privat
Im Gasthaus Brandt in Kuhz ließ sich Dietrich Bonhoeffer den Spargel schmecken. FOTO: Privat

VonInes Markgraf

1936 scheint die Welt für Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der später Widerstands- kämpfer wird, noch in Ordnung zu sein. Er genießt den Spargel im Gasthof Brandt und schwimmt im Kuhzer See.

Kuhz.„Es war Spargelzeit, und da ich noch unverheiratet war, ließ ich im Gasthaus eine große Menge feinster, dicker Spargel aus meinem Garten kochen und mit Butter anrichten. Dazu gab es Salzkartoffeln und frischen Schinken es war eine Freude zu sehen, wie Dietrich Bonhoeffer fröhlich zulangte und sich die zarten Spargel von Herzen schmecken ließen“, liest Doris Kohlschmidt aus den Erinnerungen von Wolfgang Schrader vor, die ihr die Berliner Pastorin i.R., Rosemarie Cynkiewicz, zur Verfügung stellte.
In Erinnerung an den Bonhoeffer-Besuch im Jahre 1936 findet am 9. Mai um 14 Uhr ein Festgottesdienst in der Kuhzer Kirche statt. „Die Predigten teilen sich Rosemarie Cynkiewicz und unsere Pfarrerin Heidi Enseleit“, erzählt Doris Kohlschmidt, die eine besondere Beziehung zu Bonhoeffer hat, der am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg von einem SS-Standgericht zum Tode verurteilt und sofort hingerichtet wurde. „Meine Großeltern führten das Gasthaus Brandt, in dem er sich mit Wolfgang Schrader den Spargel schmecken ließ“, so die 70-Jährige.
Nach dem Festgottesdienst, in dem auch an die erste urkundliche Erwähnung von Kuhz vor 775 Jahren gedacht wird, sind alle Gäste recht herzlich zu einer großen Kaffee- und Kuchentafel vor der Kirche eingeladen. Anschließend bietet sich noch ein kleiner Spaziergang zum herrlich gelegenen Kuhzer See an, in dem auch Dietrich Bonhoeffer schwamm, denn in den Erinnerungen von Wolfgang Schrader heißt es weiter: „Wir sind auch noch in dem großer Kuhzer See schwimmen gegangen. Dann bereiteten wir miteinander einen Abendgottesdienst vor, zu dem auch die Gemeinde schon vor Tagen eingeladen hatte… Danach sangen wir vor dem Altar…“
Um das 775-jährige Bestehen des kleinen Ortes, der zu Haßleben gehört, gebührend zu feiern, kamen kürzlich Einwohner zusammen, um ein kleines Fest, das in den Sommerferien geplant ist, zu besprechen. „Es wird rund um der bereits jährlich stattfindenden Spaß-Ruder-Regatta am Kuhzer See stattfinden“, weiß Doris Kohlschmidt zu berichten.

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i.markgraf@uckermarkkurier.de

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