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Stadt streicht Essenzuschuss

VonSigrid Werner

Wenn Bedürftige sich Zuschüsse vom Bund holen können, will die Stadt nicht mehr zusätzlich „bluten“.

Templin.In den Ausschüssen konnten die meisten Templiner Stadtverordneten der Argumentation der Verwaltung noch folgen, die vorgeschlagen hatte, die Bezuschussung des Schulmittag-
essens an den Grundschulen in Trägerschaft der Stadt zum 1. August dieses Jahres zu streichen. Vor der Beschlussfassung am Mittwochabend regte sich dann doch mehr Widerstand. Die SPD-Fraktion unterstützte den Protest ihres Genossen Dr. Horst Albrecht (SPD), der es von Anfang an beschämend fand, bei Kindern über 17Cent pro Portion zu diskutieren, bei einem Spar-Effekt für die Stadtkasse von nur 7000 Euro, und andererseits Konzerte zu Stadtfesten mal locker mit 10 000 Euro zu subventionieren. „Auch wenn sich die Eltern das Essengeld größtenteils über das Teilhabepaket wiederholen können, so empfinden wir die Streichung als falsches Signal an die Familien“, argumentierte Hartphiel. Es sei zu vermuten, dass wegen des bürokratischen Aufwandes längst nicht alle bedürftigen Familien diese Möglichkeit nutzten, die Mittel beim Jobcenter zu beantragen.
Das Geld bekämen die Familien ohnehin nicht in die Hand, erläuterte Mayk Saborosch. Sie hätten nur noch einen Beitrag von einem Euro zu leisten, das Amt zahle direkt an den Essenanbieter. Birgit Bader verteidigte die Entscheidung auch des Bildungsausschusses für eine Streichung. Schließlich sollte die Stadt kein Doppelförderung leisten. Außerdem kämen nicht alle Templiner Schüler gleichermaßen in den Genuss, jene an freien Schulen zu Beispiel. Die Stadtverordneten stimmten letztlich dennoch mehrheitlich für die Streichung des Zuschusses. Der Portionspreis in diesen Schulen beträgt also ab August 2,34 Euro, der Portionspreis für Mittagsverpflegung im Hort „Zauberlehrling“ 2,47 Euro.

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