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Uckermärker bewirten polnische Obdachlose

Von unserem Redaktionsmitglied
Michaela Kumkar

Bedürftige Menschen zu unterstützen, das ist dem Verein Hilfe für Osteuropa wichtig. Er engagiert sich dafür nun schon seit Jahren über Ländergrenzen hinweg.

Lychen.„Man ist richtig zufrieden, wenn man Menschen, die in Not sind, helfen konnte“, sagt die Lychenerin Ilse Epding. Sie gehört zu den Mitgliedern des Vereins Hilfe für Osteuropa, die sich auch für Obdachlose im polnischen Stettin engagieren, die dort von den Schwestern des kirchlichen Mutter-Theresa-Hauses betreut werden. Der Lychener Verein hilft mit Kleidung, Decken und Lebensmitteln, denn die Einrichtung lebt ausschließlich von Spenden.
Zwei Mal im Jahr machen sich rührige Vereinsmitglieder auf den Weg nach Stettin, um dort für die Obdachlosen zu kochen.
180 Mittagsgäste – meist Männer – zählten sie bei ihrer jüngsten Aktion: Zubereitet wurden Jägerschnitzel und Mischgemüse. „Zu viert hatten wir ordentlich in der Küche zu tun“, erzählt Ingrid Sommerfeld. Sie stand mit Ilse Epding, Eleonore Naafe und Barbara Alpermann am Herd. Begleitet wurden die Frauen bei dieser Fahrt von Dieter Sommerfeld, er ist Vereinsvorsitzender, und Jürgen Alpermann. Die Alpermanns sind in Weiler im Amtsbereich Gerswalde zu Hause. Über sie ist auch der Kontakt in die Kirchengemeinde Gerswalde entstanden. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass unsere Vereinsarbeit dort durch Sachspenden und finanzielle Zuwendungen unterstützt wird“, berichtet Ingrid Sommerfeld. So hatte Pfarrerin Heidi Enseleit diesmal mehrere Tüten mit Äpfeln mitgegeben. Außerdem ist die Hälfte der Kollekte aus dem jüngsten Gottesdienst für den Verein und sein Projekt in Polen bestimmt.
Immer wieder bewundern die Uckermärker bei ihren Besuchen die Arbeit der Schwestern im Mutter-Theresa-Haus. Die Einrichtung, in der mittlerweile in den Wintermonaten 65 Übernachtungsplätze für Obdachlose zur Verfügung stehen, macht einen guten Eindruck, erzählt Dieter Sommerfeld.Selbstverständlich ist, dass die Obdachlosen in tägliche Arbeiten miteinbezogen werden.Neben dem täglichen Mittagessen können die Menschen, die kein Dach über dem Kopf oder zu wenig Geld für ihren Lebensunterhalt haben, in dem Haus duschen oder per Hand ihre Wäsche waschen.
Mittlerweile hat sich die Hilfsaktion des Vereins herumgesprochen. „Beim nächsten Mal will uns ein Prenzlauer begleiten, der aus Polen stammt und der uns beim Übersetzen helfen wird“, sagt Ingrid Sommerfeld.„Durch seine Tochter, die in der Nähe von Stettin wohnt, wollen wir Kontakt zu einer Familie bekommen, die wir gern unterstützen möchten“, lässt Ingrid Sommerfeld wissen.
Ihr Mann hofft, dass sich für das nächste Kochen im Mutter-Theresa-Haus Menschen finden, die dem Verein bei der Finanzierung der Zutaten behilflich sind. Mindestens 150 Euro kommen dabei an Kosten zusammen. „Und wer weiß, vielleicht entstehen daraus ja sogar Kontakte zu den Schwestern und den Leuten, die sie betreuen“, kann sich Ingrid Sommerfeld durchaus vorstellen.Telefon: 039888 2589

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