Fr. 10. August 2012
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Nachbarn protestieren bei Pasewalk von Sigrid Werner/Udo Roll

Uckermarks Bürgermeister demonstrieren gegen Rechtsextremisten

Die Bürgermeister aus Prenzlau und Templin sowie die Vizelandrätin wollen ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Sie demonstrieren morgen bei Pasewalk gegen das NPD-Pressefest.

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Karina Dörk, uckermärkische Vizelandrätin
Uckermark (nk)  

Sechs Kilometer lang soll die morgen geplante Menschenkette gegen das NPD-Pressefest bei Pasewalk werden. Vizelandrätin Karina Dörk will sich mit einreihen und damit ein Zeichen gegen rechtes Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit setzen. „Dieses starke Engagement vor Ort muss man unterstützen“, erklärte die Vizelandrätin. Sich im Kampf gegen Rechts mit dem Nachbarlandkreis zu solidarisieren, sei enorm wichtig, „weil dieses Problem nicht nur dort existiert“, sagte Karina Dörk weiter.

Auch die Bürgermeister aus Prenzlau und Templin unterstützen das Aktionsbündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“, das zahlreiche Proteste und Aktionen gegen das rechte Pressefest organisiert. Für Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer ist es „eine Selbstverständlichkeit“ gemeinsam mit anderen Stadtoberhäuptern für Demokratie und ein friedliches Miteinander zu demonstrieren. „Wir müssen über den eigenen Tellerrand hinausschauen“, sagte Sommer. Von Pasewalk gehe ein ganz deutliches Zeichen aus. „Und wir gehören dazu“, sagte Sommer weiter. Rechtsextremismus und Intoleranz machten nicht an Landkreisgrenzen halt.

"Ideologie macht nicht an Landesgrenzen halt"

Templins Bürgermeister Detlef Tabbert liegt ebenso daran, ein „klares Zeichen der Solidarität gegen rechtsextreme Tendenzen“ zu setzen. Deshalb wird auch er am Sonnabend in Pasewalk mit dabei sein, wenn die Bürgermeister der Grenzregion ein Bündnis der Bürgermeister für Weltoffenheit, Demokratie und Vielfalt aus der Taufe heben und Geschlossenheit im Kampf gegen Rassismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit demonstrieren. „Denn Ideologie macht nicht an Landesgrenzen halt“, sagte Tabbert dem Uckermark Kurier. „Wir leben doch in einer Region und uns liegt daher am Schulterschluss als kommunale Familie “, erinnerte er. Neonazistische Strukturen dürften nicht salonfähig werden und junge Menschen, die nur aus Protest dort Anschluss suchten, sollten rechtzeitig auf Gefahren aufmerksam werden.

Auch Templin habe, wie alle wüssten, schon schlechte Erfahrungen mit gewaltbereiten Rechten gemacht und seit Jahren solchen Entwicklungen aktiv entgegengewirkt. „Die Tatsache, dass in unserer Stadt die Zahl der rechtsmotivierten Straftaten rückläufig ist, sollte uns nicht den Blick davor verschließen lassen, dass das keine Garantie für die Zukunft ist und der Schoß noch fruchtbar ist…“, so der Templiner Bürgermeister.

Um in der Menschenkette mit demonstrieren zu können, hat Vizelandrätin Karina Dörk extra andere Termine verschoben. „Mein Gesprächspartner hat dafür vollstes Verständnis aufgebracht“, sagte Dörk. Vielleicht folgen ihr und den Bürgermeistern aus Prenzlau und Templin noch weitere Uckermärker. Immerhin sind es nur circa 25 Kilometer bis in den Nachbarlandkreis nach Pasewalk.

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