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Wann geht es endlich los?

Mit dem Kauf von Teilen der einstigen Heilstätten Hohenlychen durch Michael Neumann im Sommer 2008 war viel Hoffnung verbunden. Kündigte der neue Eigentümer doch an, auf dem seit 1993 leer stehenden Gelände mehrere Millionen Euro in ein Wellness-Hotel, eine Ferienhausanlage und eine Ausbildungsstätte für Tourismus- und Servicekräfte zu investieren. Fast fünf Jahre später präsentiert sich Hohenlychen nach wie vor als Geisterstadt. Uckermark Kurier fragte deshalb bei Michael Neumann telefonisch nach dem Stand der Dinge. Zunächst will sich der Investor nicht dazu äußern, da „momentan zu viele Dinge ungeklärt“ seien. Schließlich sagt er auf Nachfrage, dass er von der Brandenburger Bodengesellschaft für Grundstücksverwaltung und -verwertung mbH (BBG) Auskünfte, die für den Fortgang der Arbeiten notwendig seien, nicht erhalten würde. Zum Beispiel zu Verlauf und Ergebnis der Altlastensanierung auf dem Gelände. Das hatte Neumann bereits vor knapp einem Jahr erklärt, als er im Mai 2012 die Lychener Stadtverordneten über den Stand der Dinge unterrichtet hatte. Damals war – im Beisein des Investors – ein Schreiben der BBG verlesen worden. Darin hieß es unter anderem: „Die 2013 in jedem Fall noch laufende Grundwassersanierung dürfte jedoch das Bauvorhaben von Dr. Neumann nicht wesentlich behindern, da die gesamte Infrastruktur der Sanierungsmaßnahmen mit seinem Bauvorhaben … abgestimmt wurde.“ Auf Anfrage der Redaktion betont die BBG, dass die Altlastensanierung zum überwiegenden Teil auf der angrenzenden Liegenschaft des Landes Brandenburg stattfindet, während sich der Grundstückskaufvertrag auf das Hauptgelände des ehmaligen Hospitals bezieht. Es gebe demzufolge keine Berichtspflicht, was dem Investor auch mitgeteilt worden sei. Michael Neumann betont, dass er trotz aller bisherigen Verzögerungen grundsätzlich an seinen Plänen festhält. Auf die Frage, welche Frist es für die Ausführung seiner Investition gebe, antwortet er: „Es ist noch genügend Zeit.“ Die BBG bestätigt unserer Redaktion, dass es eine solche Frist gibt, nennt sie aber mit Verweis auf den Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen des Vertragspartners nicht. Auf die Frage, was passiert, wenn im vereinbarten Zeitraum nicht investiert wird, teilt die BBG mit, dass „die Vertragsgestaltungen allgemein Vorsorge zur Vermeidung von Spekulations- und Vorratskäufen treffen und damit bei Nichteinhaltung der gemachten Zusagen … hinreichende Eingriffsmöglichkeiten bestehen“. Flächenzusagen von der Stadt Lychen im Uferbereich des angrenzenden Zenssees gelten, wenn der Investor bis 2015 sein Vorhaben realisiert.
Bürgermeister Sven Klemckow hofft nach wie vor, dass Michael Neumann an seinen Plänen festhält, schließlich stünden „nicht 20 weitere Investoren für Hohenlychen Schlange“. Im Mai 2012 hatte Neumann berichtet, dass er auf der Suche nach einer finanzierungswilligen Bank sei. „Wir stehen Gewehr bei Fuß und sind bereit, bei Schwierigkeiten nach unseren Möglichkeiten Unterstützung zu geben“, betont der Verwaltungschef, der in den zurückliegenden Wochen und Monaten nach eigenen Aussagen Schwierigkeiten hatte, den Investor bei Fragen zu erreichen. Und die gibt es in Lychen reichlich. Zumal Michael Neumann hier vor elf Monaten angekündigt hatte, in einer bis dahin sanierten Villa, dem einstigen Haus des ärztlichen Direktors, Silvester zu feiern. Silvester 2012.

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