Nordkurier.de

Wer hat an der Uhr gedreht?

Für die musikalische Untermalung des Märchens „Der Salzprinz“, das die Theatergruppe „Die Mühlengeister“ einstudiert hat, sorgt am Pfingstmontag Eckhardt Schiller in der Klosterruine.  FOTO: Ines markgraf
Für die musikalische Untermalung des Märchens „Der Salzprinz“, das die Theatergruppe „Die Mühlengeister“ einstudiert hat, sorgt am Pfingstmontag Eckhardt Schiller in der Klosterruine. FOTO: Ines markgraf

Die Nerven liegen bei den Laienschauspielern der Theatergruppe „Die Mühlengeister“ blank. „Oh, was soll das nur zur Premiere am Montag werden?“, bangt Helga Franzke. Irgendwie vergingen die Wochen wie im Fluge. Zwar waren die „Mühlengeister“ nicht untätig, bauten Kulissen, nähten Kostüme und lernten ihre Rollen, doch dass nun plötzlich schon das Mühlenfest vor der Tür steht, das wollte Doris Kohlschmidt bei der jüngsten Probe an der Klosterruine kaum glauben. „Das kann doch gar nicht sein…“, schüttelt die 70-jährige Kuhzerin den Kopf, den sie derzeit nicht nur mit Texten, sondern auch mit anderen Verpflichtungen rund um ihre Ferienwohnung und die Organisation der 775-Jahrfeier von Kuhz voll hat.

Ähnlich ergeht es wohl auch den anderen Mimen, die als Physiotherapeutin, Versicherungsangestellte, Lehrerin, Floristin, Schuhladen-Inhaber, Detektiv und Journalistin arbeiten beziehungsweise als Rentner einen ausgefüllten Tagesablauf haben. Doch die Freude, die sie mit ihren Märchen und Weihnachtsgeschichten den Zuschauern bringen, überwiegt – wie sie einhellig bekräftigen – all den Stress rund ums Theaterspielen.

Noch haben sie ein paar Stunden Zeit, um ihre Texte zu pauken. „Bisher hat es immer geklappt“, ist Lehrerin Kristina Heimann überzeugt und freut sich schon, als Prinzessin mit viel Schmuck und einen Faible für Handtaschen in dem Märchen „Der Salzprinz“ einen geldgierigen Prinzen lieben zu dürfen.

Auch die anderen sind mit den ihnen zugedachten Rollen als König, Königin, Prinz, Prinzessin und Magd ganz zufrieden. „So langsam kommen wir in das Alter, dass man uns die niedliche Prinzessin nicht mehr abnimmt“, lacht Blumenfee Doris Bukow, die in der Aufführung in diese Rolle schlüpft. Das Durchschnittsalter der Laienschauspieler von geschätzten 55Jahren wird diesmal wieder erheblich gesenkt durch den Auftritt der dreijährigen Wilhelmine, die als kleine Magd zu erleben sein wird.

Wer nun Lust hat, die „Mühlengeister“ ein wenig mit guter Laune und bei Gefallen mit Applaus zu unterstützen, der sollte sich den Pfingstmontag vormerken. Um 11 und 14 Uhr spielen sie in der Boitzenburger Klosterruine und bitten anschließend um einen Obolus. Eingebettet sind die Vorstellungen in den kulturellen Programmablauf des Mühlenfestes an der historischen Wassermühle, das um 10 Uhr beginnt.
 

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×