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„Wir bleiben hier, egal wie es kommt“

Über „ihr“ Haus am See trugen Kinder und Jugendliche, die dort betreut werden, ein Lied vor. Unterstützt wurden sie dabei von ihren Betreuern.  FOTOs: Michaela Kumkar
Über „ihr“ Haus am See trugen Kinder und Jugendliche, die dort betreut werden, ein Lied vor. Unterstützt wurden sie dabei von ihren Betreuern. FOTOs: Michaela Kumkar

Das erste Wort beim Jahresempfang der Stephanus-Stiftung in der Engelsburg hatten Kinder. Über das „Haus am Seenkreuz“, in dem sie in einer familienähnlichen Wohngruppe rund um die Uhr betreut werden, hatten sie ein Lied gemacht. Ihre Zuhörer waren begeistert. Die Tochtergesellschaft „firmaris“ der Stephanus-Stiftung betreut an dem Standort seit zehn Jahren Kinder und Jugendliche mit traumatischen Erfahrungen, psychischen und seelischen Beeinträchtigungen. Dafür stehen neun Plätze zur Verfügung. Darüber hinaus begleitet die Stiftung seit 20 Jahren in der Engelsburg chronisch mehrfach beeinträchtigte abhängigkeitskranke Menschen.

„Vor 21 Jahren beschloss der damalige Kreistag Templin, dass aus dem ehemaligen Altenpflegeheim eine Wohneinrichtung für abhängigkeitskranke Menschen werden soll“, erinnerte Pfarrer Hanfried Zimmermann vom Vorstand der Stiftung vor eingeladenen Vertretern aus regionaler Politik, Wirtschaft, Kirche, Kultur und Diakonie. Er blickte auf bewegte 20 Jahre zurück, in denen sich die äußeren Rahmenbedingungen in der Engelsburg durch den umfangreichen Einsatz von Fördermitteln und Eigenmitteln des Trägers nachhaltig verbessert haben, wie er sagte.

Damit verbunden sei natürlich auch eine intensive Qualitätsentwicklung gewesen. Ausdrücklich lobte Zimmermann die engagierte Arbeit der Mitarbeiter der Wohnstätte zum Wohl der 57 Bewohner. Zu diesem Prozess passe das diesjährige Jahresmotto der Stiftung: „Loslassen, geh los“. „Um mit Neuem beginnen zu können, musste Altes losgelassen werden“, so Hanfried Zimmermann. Dieses Motto gelte aber auch für das Haus am Seenkreuz, eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe, in der sich heranwachsende unter fachkundiger Begleitung „auf die Suche nach neuen verlässlichen Wegen ins Leben machen“.
Als Aktionäre begrüßte Thomas Tiede, Leiter der Wohneinrichtung, die Gäste an diesem Tag. „Sie alle sorgen dafür, dass wir auf Kurs bleiben“, bedankte er sich für die regionale Unterstützung.

In der Uckermark weiß man die Stephanus-Sitfung als verlässlichen Partner der Sozialhilfe zu schätzen. „Die 17 Einrichtungen, die die Stiftung und ihre Tochtergesellschaften im Landkreis betreiben, sind Orte zum selbstbestimmten Leben, Wohnen und Arbeiten für Menschen mit Behinderungen geworden“, betonte unter anderem Landrat Dietmar Schulze. Nahezu 1200 Erwachsene, Kinder und Jugendliche nehmen in den Einrichtungen, die sich in Templin, Lychen, Milmersdorf, Brüssow und Haßleben befinden, soziale Leistungen in Anspruch.

Mit über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört die Stephanus-Stiftung zu den größeren Arbeitgebern in der Region. Für den CDU-Bundestagsabgeordneten Jens Koeppen ist das ein positiver Nebeneffekt guter diakonischer Arbeit. Jürgen Dusel, Landesbeauftragter für die Belange behinderter Menschen, bedankte sich bei der Stiftung, dass sie und ihre Mitarbeiter Menschen mit Behinderungen etwas zutrauen. Klaus-Christian Arndt, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Milmersdorf, auf deren Territorium sich die Engelsburg befindet, sicherte der Stiftung Miteinander und Unterstützung aus der Gemeinde zu.

Pastor Torsten Silberbach, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, räumte zu guter Letzt Irritationen aus, zu denen das Jahresmotto vielleicht verleiten könnte: „Wir werden ein verlässlicher Partner in der Region bleiben, egal was kommt.“

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