„Wir wollen gewollt sein!“

Inka Grieser und Holger Schubert präsentieren die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe.  FOTO: Birgit Bruck
Inka Grieser und Holger Schubert präsentieren die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe. FOTO: Birgit Bruck

Wenn Kinder und Jugendliche in einer Kommune mitwirken wollen oder sollen – wie kann das funktionieren? Und warum funktioniert es manchmal nicht? Diesen Fragen hat sich eine Fachtagung in Templin gestellt. Hört sich sehr theoretisch an, ist es aber nicht. Das haben die Teilnehmer – Vertreter von Schulen, Kitas, Jugendeinrichtungen, Vereinen und nicht zuletzt der Stadtverwaltung – bewiesen. Geht es doch unter anderem um die Frage, was ein Jugendbeirat bewegen kann. Und woran es liegt, dass dieses Gremium in Templin nach seiner Gründung vor zwei Jahren mit heftigen Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Fachliche Unterstützung haben die Verantwortlichen beim Verein DorfwerkStadt e.V., der sich um die Entwicklung der globalen Jugendarbeit in Brandenburg und Berlin kümmert, gesucht und gefunden.
Soziologin Katja Stephan wies auf die, wie sie sagte, „sich verändernden Lebenswelten“ von Kindern und Jugendlichen hin. Ganztagsschulen und lange Fahrzeiten führten dazu, dass viele Schüler, wenn sie wieder zu Hause sind, „einfach nur müde sind“. Und wenn junge Leute bereit seien, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen – wie etwa im Jugendbeirat – müssten sie ernst genommen werden und ganz praktische Möglichkeiten erhalten, tatsächlich etwas zu bewirken. Das gehe nur, so Katja Stephan, wenn diese Mitwirkung wirklich gewollt ist. „Wir wollen gewollt sein“ war in diesem Zusammenhang wohl genau die Aussage, die das nicht immer positive Gefühl von engagierten Jugendlichen beschreibt. Hier gilt es gegenzusteuern.
Einig waren sich alle Akteure, dass es beim Versuch, die jungen Templiner und ihre Eltern zu erreichen, einer besseren, jugendgemäßen Kommunikation und einer Vernetzung bedarf. Eine zentrale Rolle spielten dabei die Schulen. Diese Tagung, da waren sich die Teilnehmer einig, war ein erster Schritt. Sie soll im November eine Fortsetzung finden, wenn Methoden, junge Leute zu beteiligen, diskutiert und Ziele formuliert werden sollen. Ein dritter Schritt sollte dann nicht lange auf sich warten lassen. Nämlich mit denen ins Gespräch zu kommen, um die es geht.

 

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