Nordkurier.de

Wo aus Oma, Opa und Enkel neue Nachbarn werden

Gruppenbild mit den neuen „Hausherren“ ganz in Orange, den Kindern der Kita „Spatzennest“, die im Herbst in ihr neues Domizil in der Lychener Straße umziehen werden.
Gruppenbild mit den neuen „Hausherren“ ganz in Orange, den Kindern der Kita „Spatzennest“, die im Herbst in ihr neues Domizil in der Lychener Straße umziehen werden.

Dieser Frühling fällt auf den Balkonen im Wohngebiet Lychener Straße vermutlich nicht ganz so ruhig aus wie sonst. Aus dem seit Jahren leer stehenden Plattenbau der einstigen Kita „Kuschelkiefer“ dröhnt Baulärm. Noch in diesem Jahr soll daraus Kinderlachen werden, verspricht Anke Junker-Füchsel, Vorstandsvorsitzende der Templiner Wohnungsbaugenossenschaft(WBG). Das Unternehmen baut hier ein bislang beispielloses Haus: Auf der einen Seite werden 96 Kitakinder einziehen, auf der anderen Mieter, die deren Großeltern sein könnten. Denn hier entstehen elf Wohnungen, die zwischen 50 und 80Quadratmeter groß und über einen Lift barrierefrei zugänglich sind.

„Unser besonderes Konzept stößt auf eine große Resonanz, wir haben viele Anfragen vor allem älterer Bürger, die ersten Wohnungen sind bereits vergeben“, sagt die WBG-Chefin. Dass ältere Templiner, deren Kinder oftmals der Arbeit wegen die Heimat verlassen haben, auf diese Weise „Ersatzenkel“ finden, begrüßen auch Bürgermeister Detlef Tabbert (Linke) und CDU-Landtagsabgeordneter Henryk Wichmann. Der hatte sich als Vorsitzender des Kreis-Jugendhilfeausschusses auch für die Förderung des Kitabaus aus dem Bundesprogramm für Kinder unter drei Jahren starkgemacht. 169 000 Euro fließen aus diesem Topf in die Einrichtung, die künftig vom Jugend- und Sozialwerk betrieben wird. Die 56 Kinder aus der Kita „Spatzennest“ in der Bahnhofstraße werden ab Oktober hierher umziehen, außerdem ist Platz für 40 weitere Kinder, davon 36 unter Dreijährige. Die gegenwärtig sieben Erzieherinnen erhalten Verstärkung von fünf neuen Kolleginnen. Da die Kita wegen des Förderprogramms bis spätestens 30. September fertig sein muss, läuft jetzt im neuen „Mehrgenerationenhaus“ der Wettlauf der Gewerke mit der Zeit. Bis Ende Oktober sollen auch die Wohnungen fertig sein.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×