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Zeitreise, die sich nicht nur für Gäste lohnt

Marlis Arendt, Monika Thomas, Viola Strauß (verdeckt) und Adelheid Gehrke (von links) freuen sich über einen neu gestalteten Teil der Ausstellung in der Heimatstube. Er ist der von Dr. Knut Arendt gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Junge Biologen“ an der Gerswalder Grundschule gewidmet.
Marlis Arendt, Monika Thomas, Viola Strauß (verdeckt) und Adelheid Gehrke (von links) freuen sich über einen neu gestalteten Teil der Ausstellung in der Heimatstube. Er ist der von Dr. Knut Arendt gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Junge Biologen“ an der Gerswalder Grundschule gewidmet.

Die Gäste können kommen: In der Gerswalder Wasserburg, der darin untergebrachten Heimatstube und im Fischereimuseum hat die Saison begonnen. „Es gibt einiges zu entdecken und auszuprobieren bei uns“, so Monika Thomas vom Förderverein Wasserburg Gerswalde e. V. Über 1000 Exponate beherbergt allein die Heimatstube. Platziert auf drei Etagen geben sie Auskunft über den Alltag der Gerswalder in längst vergangenen Tagen. Dazu gehören unter anderem Küchen-, Wohn- und Schulmöbel, Gebrauchsgegenstände aus dem Alltag sowie Utensilien von Gewerbetreibenden und Handwerkern.

Dass heute eine so umfangreiche Sammlung gezeigt werden kann, hat nicht nur mit der Bereitschaft von Gerswaldern und Menschen aus der Region zu tun, sich von diesen Zeitzeugnissen für einen guten Zweck zu trennen: Fürs Fischereimuseum hat Horst Milling aus Suckow Gegenstände als Leihgaben zur Verfügung gestellt, die Einblick in 100 Jahre Geschichte dieses Handwerks geben. Die Exponate der Heimatstube sind Schenkungen an den Verein.

Darüber hinaus braucht man aber auch Menschen, die sich für Regionalgeschichte interessieren. Daran mangelt es in Gerswalde nicht: „Deshalb sind wir auch den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Heimatstube zu großem Dank verpflichtet“, sagt Monika Thomas. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass es seit 25 Jahren eine Heimatstube in Gerswalde gibt, die sich seit geraumer Zeit in der Wasserburg befindet. Das Jubiläum soll am 12. Mai gefeiert werden.

Wer die Ausstellung in der Wasserburg schon einmal gesehen hat, dem kann ruhigen Gewissens ein weiterer Besuch empfohlen werden. Denn es gesellen sich immer wieder neue Exponate zu den vorhandenen. So wie zum Beispiel das Material, das Auskunft über die 1980 an der Gerswalder Schule von Dr.KnutArendt gegründete Arbeitsgemeinschaft „Junge Biologen“ gibt. Dazu gehören auch drei Schaukästen, die die Regionalgruppe Templin des Naturschutzbundes aufgearbeitet hat. Marlis Arendt hat dem Förderverein die Chronik der AG überlassen. Ihr Mann, ein weit über die Region hinaus geschätzter Naturschützer, war 2011 verstorben. „Mit diesen Ausstellungsstücken würdigen wir auch das große Engagement von Knut Arendt. Und wer weiß, vielleicht gibt die Erinnerung an die Arbeitsgemeinschaft ja auch Anregung für junge Leute, sich ähnlich zu betätigen.“

Dass es dem Förderverein gelingt, die Heimatstube und Wasserburg von April bis Oktober dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr sowie an den Wochenenden von 10 bis 17 Uhr für Gäste zu öffnen, ist keine Selbstverständlichkeit. „Ohne geförderte Stellen wäre das nicht zu schaffen“, lässt Monika Thomas wissen. Bei Viola Strauß und Adelheid Gehrke sind die Gäste – die meisten kommen übrigens aus der Region Berlin und anderen Bundesländern – in guten Händen, wenn sie sich auf eine Zeitreise in und an der Wasserburg begeben. Alfred Gehrke kümmert sich um die Außenanlagen. Die beiden Frauen geben Touristen auch gern Empfehlungen, was die Region Gerswalde ansonsten zu bieten hat. „Schließlich weist das grüne I darauf hin, dass die Wasserburg Tourismusstützpunkt ist“, so die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins.

Beliebt ist das historische und unter Denkmalschutz stehende Gemäuer, das von 1239 bis 1250 erbaut wurde, nicht nur als Veranstaltungsort, sondern ebenso bei Hochzeitspaaren, die sich in dem über Jahrhunderte erhaltenen Kellergewölbe das Ja-Wort geben können. „Gemietet wird es auch gern für Familienfeiern“, so Adelheid Gehrke. Und nicht zuletzt können Urlauber, die die Region mit einem Planwagen erkunden, im Schatten der Burgmauern halt machen.

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m.kumkar@uckermarkkurier.de

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