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Zöpfe im Tintenfass sorgen für Heiterkeit

Nach dem ersten Beschnuppern auf der „Möwe“ stellten sich die ehemaligen Schüler gemeinsam mit Entertainer Jürgen Hildebrandt (links) zu einem Klassenfoto auf. [KT_CREDIT] FOTO: Felix Lange
Nach dem ersten Beschnuppern auf der „Möwe“ stellten sich die ehemaligen Schüler gemeinsam mit Entertainer Jürgen Hildebrandt (links) zu einem Klassenfoto auf. [KT_CREDIT] FOTO: Felix Lange

VonFelix Lange

Dass ihre Schulzeit schon so lange zurückliegt, scheint niemandem in der fröhlichen Runde bewusst. Streiche, Lieblingsfächer – die Erinnerungen sind noch frisch.

Lychen.„Wir hatten eine schöne Schulzeit“, resümierten die Männer und Frauen beim Klassentreffen am Himmelfahrtstag auf dem Fahrgastschiff „Möwe“.Auf der Fahrt nach Himmelpfort und zurück hatten sie die Gelegenheit, über Gott und die Welt, den Job, die Familie und die Aktivitäten im Ruhestand zu sprechen.20 Kinder waren sie damals, als sie 1953 in die Klasse 1b der Pestalozzi-Schule in Lychen eingeschult wurden.Immerhin sechs „Mädchen“ und sieben „Jungen“ waren der Einladung gefolgt, freute sichErwin Arndt, der auch berichtete, dass dies nicht das erste Klassentreffen war. Vor zwei Jahren hatten sich die Schüler schon einmal getroffen. „Weil meine Frau ein Jahr zuvor ein Klassentreffen hatte, kam ich auf die Idee, auch meine ehemaligen Schulkameraden dafür zu begeistern“, verriet der Lychener.
Manche gingen nach der achten Klasse und manche nach der zehnten ab, schilderte Erwin Arndt. Er selbst habe nach acht Jahren Schule in Lychen den Beruf des Maurers erlernt und sei der Flößerstadt treu geblieben. „Die zehnte Klasse war damals noch nicht Pflicht“, wirft Christa Salzwedel ein. Sie habe aber durchgehalten, anschließend in Prenzlau eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert und sei nach Templin gezogen.
Auch über den einen oder anderen Streich oder die Lieblingsfächer wurde in der fröhlichen Runde nachgedacht. „Ich hatte damals ganz lange Zöpfe“, erzählte Christa Salzwedel. Weil auf der Schulbank immer ein Tintenfass stand, hätten die Jungen manchmal nichts weiter zu tun gehabt, als ihre Zöpfe dort hinein zu tunken. Außerdem hätten die Lehrer auch hin und wieder den Rohrstock benutzt. Disziplin, Ordnung und Pünktlichkeit seien oberstes Gebot gewesen. Dennoch denken sie gern an die Schulzeit zurück, so die Krankenschwester. Wenn sie heute so sehe, wie schwer es ihre Enkel hätten, würde ihr das wieder ganz bewusst.
Nach dem Anlegen unternahmen die Schüler von einst noch einen Spaziergang um den Stadtsee und trafen sich dann im Café „Alte Mühle“ zum Abendessen.

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