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Asylbewerber: Stadt Eggesin prüft noch

Gegenwärtig prüft die Stadt Eggesin, wo Asylbewerber untergebracht werden können. [KT_CREDIT] FOTO: L. Storbeck
Gegenwärtig prüft die Stadt Eggesin, wo Asylbewerber untergebracht werden können. [KT_CREDIT] FOTO: L. Storbeck

VonLutz Storbeck

Das war klar: weil es während der
jüngsten Eggesiner Stadtvertretersitzung um die mögliche Aufnahme von Asylbewerbern ging, hatten sich deutlich mehr Eggesiner zu der Sitzung eingefunden als sonst.

Eggesin.„Es tut mir leid, aber so viele Stühle gibt es hier nicht“, sagte Stadtpräsident Peter Hoffmann, sodass einige Besucher während der Stadtvertretersitzung stehen mussten. Auch die Stadtvertreter warteten darauf, was Bürgermeister Dietmar Jesse zum Thema zu sagen hatte. Der Rathauschef berichtete, dass die Zahl der Asylsuchenden angestiegen ist, dass es eine Quote gibt, wie viele der Bewerber in den Landkreisen unterzubringen sind und dass der Landkreis Vorpommern-Greifswald den Kommunen die Asylbewerber zuweist. Die Unterbringungs-Kosten werden den jeweiligen Kommunen erstattet. Ein Punkt, der für Eggesin interessant ist. Die Stadt mit ihrem defizitären Haushalt hat ein Konsoldierungskonzept. Das sieht vor, dass die Kommune alle Einnahmequellen ausschöpfen muss, damit weitere Hilfe vom Land kommt. Eine solche Quelle sei eben die Unterbringung von Asylberwerbern, machte Jesse klar. Je mehr Asylbewerber, desto mehr Einnahmen also. Der Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft prüft derzeit, wo die Asylbewerber Wohnungen beziehen könnten. Ein Aufgang in einem Plattenbau, jeweils zehn Wohnungen, sind derzeit im Gespräch. Perspektivisch könnten es zwei Aufgänge sein. „In dieser Frage ist aber noch nichts entschieden, es wird gegenwärtig geprüft. Welcher Block das sein wird, steht auch noch nicht fest“, musste der Bürgermeister mehrfach entsprechende Fragen beantworten. Von dort kam zudem die Frage, warum es bei Nachfragen nach einzelnen Wohnungen zunächst Zusagen, dann aber Ablehnungen von der Stadt gegeben hat. Ob das mit den Asylbewerbern zusammenhänge? Nein, es sei nichts entschieden, es werde geprüft, und er wisse auch nicht aus dem Kopf zu jeder der etwa 80 leer stehenden Wohnungen den Grund, warum sie nicht vergeben werden, betonte der Bürgermeister. Ganz genau wissen wollte es Tino Müller. Der Ueckermünder NPD-Mann, dessen parlamentarische Immunität kurz zuvor aufgehoben worden war, bedrängte den Bürgermeister geradezu. Er solle sagen, wie er persönlich zu der geplanten Aufnahme von Asylbewerbern stehe, rief Müller in den Raum. Was er selbst davon hält, war allerdings nicht zu erfahren.

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