Begegnungen über alte Grenzen hinweg

Keine Feier ohne Clown Klex: Auch beim 18. Grenzfest in Rieth war er wieder nicht nur bei den Kindern ein Garant für gute Laune.             [KT_CREDIT] Fotos: M. Diekhoff
Keine Feier ohne Clown Klex: Auch beim 18. Grenzfest in Rieth war er wieder nicht nur bei den Kindern ein Garant für gute Laune. [KT_CREDIT] Fotos: M. Diekhoff

VonMatthias Diekhoff

Ein paar Büdchen, eine Bühne, ein Zelt und Clown Klex. Auf den ersten Blick sieht das Riether Grenzfest aus wie viele andere Partys in der Region. Aber es ist mehr. Es ist Begegnung über eine fast verschwundene Grenze hinweg.

Rieth.Diese Begegnungen zwischen den Menschen sind es, die dieses Fest so besonders und wichtig machen, sagte der Vorsitzende der Deutsch-Polnischen-Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, Klaus Wils. Die Absichtsbekundungen der Politiker in Warschau und Berlin sind das eine. Das Miteinander vor Ort das ganz andere. Und das klappte gestern am Riether Strand ganz hervorragend. Deutsche und Polen zeigen sich gegenseitig ein paar Stückchen ihrer Kultur und erzählten davon, was es Neues gibt.
Neuwarp zum Beispiel. Kenner des Städtchens werden nicht umhin kommen festzustellen, dass sich das oft bespottete Ende der Welt nach und nach herausputzt. Die Sanierungsarbeiten im Zentrum sind unübersehbar und auch der Strand wird bald kaum wiederzuerkennen sein. Eine 350 Meter lange Promenade ist im Bau und Servicegebäude ebenfalls. Ein guter Grund, Neuwarp mal wieder einen Besuch abzustatten, dürfte außerdem das 750-jährige Jubiläum sein, das im Sommer gefeiert wird, lud Bürgermeister Wladyslaw Kiraga ein. Ebenfalls neu ist das mobile Kultur- und Begegnungsfestival rund um das Stettiner Haff „KunstKulturKajüte (KuKuKa), das von Martin Schröter vom Verein „HOP Transnationales Netzwerk Odermündung“ vorgestellt wurde. Dabei wird die „Wappen von Ueckermünde“ noch in diesem Monat deutsche und polnische Häfen an Haff, Oder und Peene anlaufen, wo die Besatzung in verschiedene kulturelle Veranstaltungen eingebunden wird. So wird die Crew am 26. Mai beim deutsch-polnischen Straßenfest in Ueckermünde der Welt erstmals eine Kunstmaschine präsentieren. Einen Tag später macht die „Wappen von Ueckermünde“ auf dem Neuwarper See Station, um eine neue Legende zu schreiben, verriet Martin Schröter. Darin soll geklärt werden, wohin all die schönen Männer der Region verschwunden sind und was die schöne Gisela auf dem Riether Werder damit zu tun hat. Wer darauf Lust hat, kann sich noch immer beim Verein für die Tour anmelden.
Angesichts dessen, was auf beiden Seiten der Grenze geschieht und noch geschehen wird, wird es sicher auch beim Riether Grenzfest im nächsten Jahr wieder einiges zu erzählen geben, ob nun auf Deutsch oder auf Polnisch.

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