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Bei diesem Bootsverein sind nicht nur Wasserratten dabei

Beim Arbeitseinsatz auf dem Gelände der Interessengemeinschaft „Köhnscher Kanal“ hat fast die Hälfte der Vereinsmitglieder mitgemacht – natürlich auch der Vorsitzende Matthias Köppe (rechts). [KT_CREDIT] FOTO: Roland Strahl
Beim Arbeitseinsatz auf dem Gelände der Interessengemeinschaft „Köhnscher Kanal“ hat fast die Hälfte der Vereinsmitglieder mitgemacht – natürlich auch der Vorsitzende Matthias Köppe (rechts). [KT_CREDIT] FOTO: Roland Strahl

VonRoland Strahl

Reges Treiben gab es bei
der Interessengemeinschaft Köhnscher Kanal. Rund die Hälfte der 104 Mitglieder des zweitgrößten von fünf Bootsvereinen der Stadt Ueckermünde hatte sich
zu ihrem alljährlichen „Frühjahrsputz“ eingefunden. Im Verein haben nicht nur Segler
eine Heimat.

Ueckermünde.Das frühlingshafte Wetter hatte sie alle angespornt. Da wurde geharkt, gehämmert und auch schon Kleinstreparaturen an Booten und Stegen durchgeführt. Auch vier Dalme – Befestigungen für Boote– wurden ausgetauscht.
Das Vereinsgelände wird in jedem Jahr bei auflandigem Wind nahezu völlig überschwemmt. „In diesem Winter allerdings kaum“, sagt Gerhard Steinmann. Stolz berichtet er, dass der Verein im vorigen Jahr eine Entschlammung des Köhnschen Kanals in seinem Bereich vorgenommen hatte und den gegenüberliegenden Deich bepflanzte. Unter anderem mit Sonnenblumen, die dann ein sehr schöner Blickfang waren. Gerade auf den äußeren Anblick legt man im Verein großen Wert, denn viele Urlauber, aber auch Einheimische nutzen den direkt am Vereinsgeländezaun angrenzenden Deich als Verbindungsweg von der Innenstadt zum Strand. „Und da schaut man schon direkt auf unser Gelände“, so Vereinssprecher Eicke Pohl.
Eventuell könnte in diesem Jahr ein weiterer Blickfang entstehen, sagt Vereinsvorsitzender Matthias Köppe. Wenn der Vereinsvorstand zustimmt, könnte der bekannte Fassadenmaler Siegfried Schmeil aus Rochow ein großes maritimes Bildnis auf der Giebelwand des großen Bootsschuppens erstellen, das dann sehr gut von der alten Ziehbrücke über dem Köhnschen Kanal zu sehen wäre.
Auch das Gelände unmittelbar neben dem großen Wendebecken in der Uecker ist wieder gut in Schuss. „Der Bau hat seinerzeit nahezu unser gesamtes finanzielles Vermögen gekostet, davon haben wir uns jedoch erholt und sind schuldenfrei Dank eigener Hände Arbeit“, so Eicke Pohl.
Rappelvoll ist in diesem Jahr auch wieder der schon aushängende Arbeits- und Terminplan. Dabei beschäftigen sich die Mitglieder nicht nur mit der Segelei – deshalb auch der Name Interessengemeinschaft. Schon am nächsten Sonnabend um 14 Uhr gibt es im großen Wendebecken auf der Uecker einen Schiffsmodelltag, wo auch jedes Nichtvereinsmitglied sein Boot mitbringen kann, informiert Hans Georg Meier, der Verantwortliche für diese Sparte im Verein. Außer dem Hegeangeln – Sieger war 2012 Heiko Freimuth – gibt es auch noch die Läufergilde bei der IG Köhnscher Kanal. Allen voran der 68-jährige
Eicke Pohl, der schon sechsmal beim Berlin-Marathon dabei war. Auch Matthias Köppe ist Langstreckler bis zum Halbmarathon.
Allerdings, sagt Eicke Pohl, werden die Segler immer mehr. Er bedauert den mangelnden Nachwuchs bei der Jugend. „Leider haben wir für junge Leute nichts zu bieten, keinerlei Boote wie bei den benachbarten Yachtclub oder dem Segelsportclub, wo rege Jugendarbeit gemacht wird.“
Für die Segel- und Bootsfreunde steht nun erstmal der 4.Mai auf dem Programm, denn da ist das traditionelle Ansegeln auch für die drei erfolgreichsten Segler des Vereins, dem kürzlich 50 Jahre alt gewordenen Eckhard Köhn, der im vorigen Jahr die Haffregatta gewann und 2007 mit dem Gewinn der 250 Seemeilen langen „For Connors Race“ von Ystad über Rönne und Swinemünde nach Glowe seinen größten Erfolg errang.
Auch der 54-jährige Gerhard Steinmann, 3. Platz bei der polnischen Regatta „Unity Line“ über 70 Seemeilen von Swinemünde nach Kröslin und Gewinner der Regattawertung 2012 des Vereins, der bei nahezu allen Segel-
regatten in unserem Raum dabei ist, freut sich ebenso auf die Saison, wie der 49-jährige Frank Landgraf, der im vorigen Jahr den Fahrtenwettbewerb gewann. Beendet wurde dieser erste Frühjahrseinsatz beim Grillen bis weit in die Abendstunden.

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red-ueckermuende@nordkurier.de

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