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Belohnung für Hinweise auf den Kuh-Quäler von Lübs

Sie genießen die Ruhe und die Natur. Vorpommerns Kühe haben nur einen Problem: Den Irren mit der Harpune.  FOTO: Horst Ossinger/dpa
Sie genießen die Ruhe und die Natur. Vorpommerns Kühe haben nur einen Problem: Den Irren mit der Harpune. FOTO: Horst Ossinger/dpa

Die Vorpommern sind fassungslos. Die Nachricht vom möglichen Harpunen-Beschuss einer Kuh in Lübs sorgte auch darüber hinaus für Kopfschütteln und Entsetzen. Das Tier wurde von einem bislang unbekannten Täter Donnerstagnacht am rechten Bein schwer verletzt und musste eingeschläfert werden (wir berichteten).

„Was muss man für ein armes Würstchen sein, um so etwas zu tun“, fragte eine Nordkurier-Leserin auf unserer Facebook-Seite. Auch bei der Tierrechtsorganisation Peta Deutschland e.V. sorgte die Nachricht für Entsetzen. Die Organisation setzt nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung und Überführung der Täter führen. „Zeugen können sich an Peta unter der Telefonnummer 0152 37325400 oder direkt an die zuständige Polizeibehörde wenden“, erklärte Judith Stich von Peta gestern gegenüber der Redaktion. Sie hofft auf eine baldige Aufklärung der Tat. „Helfen Sie mit, diese herzlose Tat aufzuklären“, appelliert Kathrin Eva Schmid, Campaignerin für Missstandsmeldungen bei PETA. „Tiere müssen vor derartigen Übergriffen geschützt werden. Kaltblütigen Handlungen gegenüber Tieren liegen oft schwerwiegende psychologische Störungen der Täter zugrunde. Möglicherweise schrecken der oder die Täter auch vor Gewalt an Menschen nicht zurück.“

Die vorpommersche Polizei ist noch ratlos. Bislang gebe es keine Hinweise. Auch die Frage der Tatwaffe ist noch nicht zweifelsfrei beantwortet. „Die Kuh wurde mit einer harpunenähnlichen Waffe beschossen. Das Projektil verursachte eine rund 30 Zentimeter tiefe Wunde. Es könnte sich dabei auch um einen Pfeil gehandelt haben“, sagte Polizeisprecher Axel Falkenberg. Sollte es jedoch eine Harpune gewesen sein, so ist zweifelsfrei klar, dass der Täter sich gleich doppelt strafbar gemacht hat. Denn eine Harpune kann in Deutschland zwar käuflich erworben werden, allerdings ist der Umgang außerhalb eines befriedeten Besitztums nicht gestattet. „Das Besitzen ist nicht verboten, aber das Schießen im öffentlichen Raum“, erklärt Landkreissprecher und Jäger Achim Froitzheim. Hinzu kommt der Fall der Tierquälerei. Das ist ebenfalls kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die nach Tierschutzgesetz Paragraf 17 mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden kann.

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