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Betreuer: Ihre helfenden Hände sind immer zur Stelle

Die helfende kräftige Hand einer Betreuerin und die hilfebedürftige Hand einer alten Heimbewohnerin. Doch nicht nur um ältere Menschen kümmern sich die Betreuer.  FOTO: Jens Kalaene/dpa
Die helfende kräftige Hand einer Betreuerin und die hilfebedürftige Hand einer alten Heimbewohnerin. Doch nicht nur um ältere Menschen kümmern sich die Betreuer. FOTO: Jens Kalaene/dpa

Von unserem Redaktionsmitglied
Katja Müller

Nicht jeder hat das Glück auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen, seine Angelegenheiten allein zu regeln und für sich selbst zu sorgen. Doch zum Glück
gibt es Menschen, die
genau dann zur Stelle sind: gerichtlich bestellte Betreuer. In der Region Uecker-Randow engagieren sich die Mitstreiter von Jürgen Galitz seit
20 Jahren. Und viele
tun es sogar ehrenamtlich.
Torgelow.„Wir sind der Krückstock fürs Leben“, sagt Jürgen Galitz. Der Vereinsvorsitzende des Betreuungsvereins „Füreinander“ Uecker-Randow und seine Kollegen sind aber keineswegs ausschließlich für die Senioren da. Ihre Klienten sind teilweise erst 18 Jahre alt. Nach oben gebe es keine Grenzen. Und wenn sich die Lebensumstände nicht ändern, dann endet die Betreuung erst mit dem Tod des Klienten. „Die Zeit der Betreuung wird aber immer vom Gericht entschieden. Die längste Periode dauert sieben Jahre“, erklärt Jürgen Galitz. Es sei immer von Fall zu Fall unterschiedlich. Seit nunmehr 20 Jahren engagieren sich die haupt- und ehrenamtlichen Betreuer des Vereins in der Uecker-Randow-Region.
Die hauptamtlichen Mitglieder üben zwar den Beruf des Betreuers aus, aber eine direkte Berufsausbildung gibt es nicht. Ein Manko, findet Jürgen Galitz. Denn gerade bei der Bezahlung gebe es oft Unklarheiten. „Es wird in drei Kategorien unterschieden und jedes Mal werden besondere Kenntnisse, die für die Führung der Betreuung nutzbar sind, angeführt. Was das bedeutet, steht aber nicht klar da“, bemängelt Galitz. Doch der 66-Jährige weiß, worauf es besonders ankommt. „Man muss ein Herz und Verständnis mitbringen. Denn man hat hier täglich mit Menschen zu tun. Und die haben zudem Schwierigkeiten, ihr eigenes Leben selbst zu meistern. Hier geht es nicht darum, Dinge von A nach B zu schaffen“, sagt der Vereinsvorsitzende.
Im Mittelpunkt der Arbeit der Betreuer stehen alltägliche Sorgen. Die Suche nach einer Wohnung. Das Auskommen mit der kleinen Rente oder Sozialhilfe. Der Gang zum Arzt. Ausfüllen von Anträgen bei Behörden. Wobei dahinter jeweils ein Mensch steckt, ein individuelles Schicksal. „Jemand, dem man durch eine Betreuung zur Seite steht, indem man ihm hilft, das Leben zu meistern“, sagt Jürgen Galitz. Auch starke Nerven seien in diesem Beruf von Vorteil, denn nicht immer sehen Klienten die Hilfe als Erleichterung. „Wir dürfen nicht gegen den Willen des Betreuten entscheiden, aber der hat nicht immer die richtigen Vorstellungen. Das ist manchmal sehr mühselig, doch am Ende wird alles gut“, ist Galitz fest überzeugt. Und er muss es wissen. Viele Jahre engagiert er sich und selbst als eigentlicher Rentner kann er nicht loslassen. Er ist gern Betreuer. „Das herzliche Danke oder ein zufriedenes Lächeln sind die schönsten Momente in diesem Job“, sagt er. Und deshalb gebe es auch immer wieder Menschen, die sich ehrenamtlich für die Mitarbeit im Betreuungsverein entscheiden. „Wir sind auch immer dankbar für diese Art der Unterstützung“, betont Galitz. Und auch jetzt sucht der Betreuungsverein „Füreinander“ Uecker-Randow wieder ehrenamtliche Betreuer. Interessenten können sich melden unter: 03976 28090.

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