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Blumenthalerin will dem Krebs davonlaufen

VonSimone Weirauch

Renate Bruhns aus Blumenthal ist 70, sportlich und unternehmungslustig. Und sie hatte Krebs. Mit vielen anderen Frauen, die sich von ihrer schweren Krankheit nicht lähmen lassen, geht sie im September auf Wanderschaft.

Blumenthal.Die Sportschuhe stehen bei Renate Bruhns immer griffbereit. Die 70-Jährige hat Freude an der Bewegung. Walken, Tanzen, Radfahren, Kegeln, Trommeln – bloß nicht still sitzen. Dienstags trifft sie sich mit anderen außerdem zum Frauensport. Im September will die Blumenthalerin sechs Tage lang an der Müritz wandern und insgesamt 85 Kilometer zurücklegen. Eine so lange Wanderung hat Renate Bruhns noch nie gewagt. Sie freut sich sehr darauf. Nicht nur wegen der wunderschönen Müritzregion, sondern auch wegen der Frauen, mit denen sie gemeinsam auf Wanderschaft geht.
Der Landesverband „Frauen nach Krebs“ hat die Aktion organisiert, und Frauen aus allen Selbsthilfegruppen haben sich angemeldet. Wir laufen dem Krebs davon – so heißt die Aktion der Selbsthilfegruppen „Frauen nach Krebs“. Die Frauen machen sich auf den Weg, um sich einer schweren Krankheit nicht zu ergeben. Bewegung als Medizin – das ist genau das richtige Rezept für Renate Bruhns.
Die Blumenthalerin hatte bei ihren Fahrten nach Greifswald zur Bestrahlung von der Selbsthilfegruppe in Ferdinandshof gehört. Das war vor fünf Jahren. Seitdem kommt sie zu den Treffen. „Mir ist wichtig, dass wir nicht nur über die Krankheit reden, sondern uns gegenseitig auf andere Gedanken bringen.“ Renate Bruhns ist mittlerweile festes Gruppenmitglied. In Ferdinandshof gehören 30 Leute dazu. Im Dorf kennt jeder jeden, da spricht sich schnell herum, wenn jemand krank ist, sagt Bärbel Delitzscher, die Leiterin der Selbsthilfegruppe. Nicht jeder kann 85 Kilometer weit wandern, aber acht Frauen aus der Gruppe wollen bei der Wanderung im September trotzdem dabei sein. „Wir gehen einen Tag lang mit den anderen, das ist doch toll“, kündigt Bärbel Delitscher an. Auch Renate Bruhns freut sich, dass so viele von den Ferdinandshofer Frauen mitmachen. Unterwegs werden die Wanderinnen von ortsansässigen Selbsthilfegruppen betreut, das Gepäck wird transportiert, sodass die Frauen nur ihren Tagesrucksack tragen müssen. Am liebsten würde Renate Bruhns gleich loslaufen. Wie gesagt: Die Schuhe stehen griffbereit.

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weirauch@nordkurier.de

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