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Die Elbe hält Torgelower Helfer weiter in Atem

Soldaten des Panzergrenadierbataillons 411 aus Viereck bei der Deichverstärkung bei Bälow.
Soldaten des Panzergrenadierbataillons 411 aus Viereck bei der Deichverstärkung bei Bälow.

Die Sonne scheint, dicke Schweißperlen rollen über die Stirn. Aber nicht vom ausgiebigen Sonnenbad, sondern vom Sandsack schippen. Tonnenweise wird das Gemisch in die Säcke gefüllt. Die Soldaten aus Torgelow und Viereck sowie Mitglieder des Technischen Hilfswerkes (THW) Uecker-Randow gönnen sich nur selten eine Pause. Seit einigen Tagen packen die Hauptkräfte der Panzergrenadierbrigade 41 aus den einzelnen Standorten Viereck und Torgelow mit an. Von der Landesgrenze Sachsen/Sachsen-Anhalt bis zur Landesgrenze Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern zieht sich der Einsatzraum der Brigade entlang der Elbe. „Das Szenario erinnert an den letzten Hochwassereinsatz im Jahr 2002, der im selben Einsatzraum stattfand – die Gegend ist vielen der Soldaten also bestens bekannt“, sagt Hauptmann Andreas Siepelt.

Nach tagelangen starken Regenfällen im Süden der Republik, in Tschechien, Polen und Österreich und nunmehr schönstem Sonnenschein heißt es wieder Sandsäcke zu füllen, zu palettieren, zu transportieren und zu verbauen und somit die Dämme entlang der Elbe zu sichern. Aber auch Evakuierung von gefährdeten Einwohnern, Rettung von Hab und Gut und viele andere Hilfsleistungen gehören zu den Aufgaben.

„Gefechtsstandarbeit, Überwindung von Gewässern und den Marsch haben wir ja gerade erst geübt, was soll also schief gehen“, sagt Kommandeur, Brigadegeneral Andreas Marlow, optimistisch. Aber wie lange sich der Hochwassereinsatz hinziehen wird, darüber kann nur spekuliert werden, meint Siepelt. Der geplante Appell zum Unterstellungswechsel zur 1. Panzerdivision am 14. Juni in der „Gießerei-Arena“ Torgelow und auch der „Tag der offenen Tür“ in der Ferdinand von Schill-Kaserne Torgelow am 15. Juni werden verschoben, hieß es.

Neun THW-Helfer des Ortsverbandes Pasewalk sind zum Einsatz im Kampf gegen das Hochwasser an der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern ausgerückt. Mit schwerer Technik sind sie am Start: Tieflader mit Radlader, SL 34, Kipper mit Hänger und mehr standen zur Abfahrt bereit.

Einige Helfer von ihnen waren schon 2002 beim Jahrhunderthochwasser im Einsatz. Diese Erfahrung zahlte sich jetzt aus.

Auch Freundinnen und Ehefrauen kamen mit zum Stützpunkt. Sie schickten ihre Männer mit einem kleinen Frühstück in die Hochwassergebiete Dömitz, Ludwigslust und Lübtheen.

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