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Dieser Mann macht Jagd auf große Fische

VonLutz Storbeck

Manchmal hängt das Glück an einem seidenen Faden. Bei Anglern ist das nicht anders, allerdings hantieren sie eher mit Sehnen statt mit Fäden. So eine Angelsehne muss mitunter ganz schön was aushalten. Davon kann einer ein Lied singen:
Peter Spitzkat aus Torgelow ist begeisterter Petrijünger.

Torgelow.Nein. Nach Fisch riecht es in der Wohnung von Marianne und Peter Spitzkat absolut nicht. Doch dass der Mann ein begeisterter, ja fast verrückter Angler ist, wie er selbst von sich sagt, wird dennoch schnell klar. Eine kleine, aber eindrucksvolle Fotogalerie macht jedem Besucher schnell klar: hier wohnt einer, der es auf ganz große Fische abgesehen hat. Dicke Karpfen, große Hechte, ein bemerkenswerter Wels, auch Aal – fast alles ist zu sehen, was das Anglerherz höher schlagen lässt. Jüngstes Dokument ist eine Aufnahme, die den Torgelower mit einem „Kracher“ zeigt – eine Flunder mit einer Länge von 49 Zentimetern und einem Gewicht von fast einem Kilogramm. Gefangen Ende April beim Brandungsangeln auf dem Fischland bei Wustrow. Und das war schon ein ganz besonderer Fang, denn Flundern werden selten größer als 50 Zentimeter, sagt Peter Spitzkat. Zwar hat er sich über den Fang gefreut – aber wo Licht, da auch Schatten: die Bratpfanne war für dieses Prachtexemplar einfach zu klein.
Dass sich der Torgelower immer noch so über einen Fang freuen kann, ist deshalb bemerkenswert, weil er schon seit 1971 angelt. „Gelernt habe ich das von meinem Vater, und auch der Großvater hat schon geangelt“, erzählt der Torgelower, der aber eigentlich aus Brandenburg stammt. Was einiges an Erklärung für das Hobby liefert. „Die Stadt ist ja eine Insel, und da liegt es nahe, dass es ganz viele Angler gibt“, sagt Peter Spitzkat.
1979 hat es den Brandenburger dann nach Vorpommern verschlagen. Der Dienst als NVA-Offizier war garantiert nicht immer einfach, und so war Peter Spitzkat natürlich auch von den Angelrevieren begeistert. Denn das waren die Oasen, wo er Entspannung fand. Und auch heute noch findet. „Ruhe, Ausgeglichenheit nach einer Arbeitswoche“, das sind die Begriffe, die Peter Spitzkat sofort einfallen, wenn er nach dem Reiz des Angelns gefragt wird.
So richtig Ruhe hat der Mann wohl aber erst dann, wenn er sein Angelrevier erreicht hat und die Köder im Wasser sind. In den vergangenen Jahren beispielsweise ist Peter Spitzkat, meist begleitet von Ehefrau Marianne, sehr oft auf den Darß und nach Fischland gefahren. „So 20-mal im Jahr bestimmt“, sagt der Torgelower. Dort hat er auch eine Ferienhaus-Vermieterin gefunden, die für die Angelzeit preiswert Unterkunft bietet.
In diesen vergangenen Jahren hat Peter Spitzkat, der auch an und auf Uecker, auf der Randow und am Haff seinem Hobby nachgeht, entdeckt, dass das Brandungs-
angeln ganz besondere Reize hat. „Es ist schon was anderes, nicht nur wegen der Fische“, sagt der Torgelower. Er und seine Angelfreunde haben es am Meer auf den Dorsch abgesehen, auf die Meeresforelle und eben auch auf Plattfische – Flundern beispielsweise, wie die, die jüngst am Haken hing.
Dass der Torgelower auf Flüssen, Seen und am Meer angelt, hat nicht nur zur Folge, dass ganz unterschiedliche Fischarten auf dem Teller landen. Sondern auch, dass für jedes Revier gesonderte Angelruten, Schwimmer, Köder, Bekleidung her muss. Um die 40 Ruten hat der Torgelower, und die, die er von seinem Vater geerbt hat, hält er besonders in Ehren.
Ein Leben ohne Angeln? Für Peter Spitzkat kaum vorstellbar. Insofern wird er wohl auch künftig oft am Ostseestrand zu finden sein – und wenn der Bundeswehrangestellte in den Ruhestand geht, dann könnte er sich vorstellen, dort dauerhaft seine Zelte aufzustellen.

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