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Dieser Traum ist ausgeträumt

Viele Jahrzehnte war es der Schandfleck schlechthin in Torgelow. Nun laufen die Abrissarbeiten am alten Internat auf Hochtouren. Bislang wurde entkernt und Asbest entfernt.  FOTO: K. Müller
Viele Jahrzehnte war es der Schandfleck schlechthin in Torgelow. Nun laufen die Abrissarbeiten am alten Internat auf Hochtouren. Bislang wurde entkernt und Asbest entfernt. FOTO: K. Müller

VonKatja Müller

Jahrzehntelang war es der Schandfleck in Torgelow: das Internat in der Pestalozzistraße. Nun laufen die Entkernungsarbeiten auf Hochtouren und bald rücken die Abrissbacker an. Das Areal soll den Bürgern zugutekommen.

Torgelow.Eine gefühlte Ewigkeit hat es gedauert. Immer wieder gab es Ärger mit dem Besitzer. Nun hat die Stadt einen entschiedenen Schritt gemacht. Das das Internat in der Torgelower Pestalozzistraße wird dem Erdboden gleich gemacht. Das ehemalige Internat der Fachschule für Finanzen der Staatsbank der DDR hat seine besten Zeiten lange hinter sich. Viele Jahre stand es leer. Und auch der Traum von einer Umnutzung zum Pflegeheim war schnell ausgeträumt. Immer wieder stand es auf der Agenda der Stadtvertreter. Oft war es Streitpunkt zwischen Stadt und Eigentümer. Denn als es einst für 8000 Mark ersteigert wurde, war die Hoffnung auf eine baldige Verschönerung des Hauses und der umliegenden 3496 Quadratmetern Land in Sicht.
Doch schnell zog Nebel auf. Die Stadt versuchte den damaligen Eigentümer zu greifen und zum Arbeiten zu bringen. Erfolglos. „Wir haben dutzende Briefe geschrieben, Zahlungs- und Sicherungsaufforderungen. Es gab auch Zeiten, in denen der Eigentümer nicht mehr für uns auffindbar war. Auch Angebote eines Abkaufens verliefen immer wieder im Sande“, erinnert sich Bürgermeister Ralf Gottschalk. Doch 2013 war es dann so weit. Das ehemalige Internat konnte zugunsten der Stadt erworben werden. Und schnell war man sich auch unter den Stadtvertretern einig. Es muss etwas passieren!
Gesagt, getan. 90000 Euro lässt sich Torgelow die Beseitigung dieses Schandfleckes kosten. „Das ist ohne Frage nicht wenig Geld, doch wir können nicht warten, bis etwas passiert. Es bestand Handlungsbedarf“, sagt Gottschalk und verweist auf den jahrelangen Wunsch der Torgelower, dieses Haus abreißen zu lassen. In den vergangene Wochen waren die Firmen mit den Entkernungsarbeiten beschäftigt. „Zum Teil wurden die unter Luftabschluss gemacht, da wir hier auch Asbest und andere Dinge entsorgen mussten. In den nächsten Tagen wird es dann an die Außenwände gehen und dann ist auch bald nichts mehr vom Haus übrig“, sagt der Bürgermeister.
Und wenn dann der letzte Stein weggeräumt ist, werde die Fläche nicht mehr als Bauland ausgewiesen. „Das Areal des einstigen Internats soll den Bewohnern im direkten Umfeld zugutekommen. Es wird eine Grünfläche bleiben. Denn die Blöcke rund herum können ein bisschen mehr Luft gut vertragen“, ist sich Ralf Gottschalk sicher.

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