Nordkurier.de

Er war ein stiller, aber starker Kämpfer

Ueckermünde.Er hoffte so sehr, er kämpfte bis zuletzt, und alle, die ihn kannten und liebten, und das waren viele in Ueckermünde, waren so zuversichtlich, dass sein Lebensmut und sein Optimismus siegen würden. Manfred Ruprecht hatte den Kampf gegen den Krebs mutig angetreten. Doch er hat den Kampf gegen die heimtückische Krankheit verloren. Im Alter von 61 Jahren schloss er am 3. Mai für immer die Augen. Viel zu früh und schmerzlich für alle, die ihn kannten und ein Stück seines Weges mit ihm gingen.
Manfred Ruprecht hat immer genau gewusst, was er wollte und konnte seine Wünsche auch umsetzen. Doch viel zu selten hat der Ueckermünder Spediteur dabei an sich gedacht. Immer waren die anderen wichtiger. Er war die gute Seele der Region, der Antriebsmotor für die Wirtschaft. Nicht selten hatte Ruprecht seine Hand mit im Spiel, wenn es um neue Projekte ging. Eine gute Hand, eine die half, die Türen öffnete und auch Sponsoren nach Vorpommern führte. Als IHK-Chef war er auch weit über die Uecker-Randow-Grenzen hinaus bekannt und hat immer mehr als 100 Prozent gegeben. Doch die IHK verliert mit dem Tod von Manfred Ruprecht nicht nur einen Chef, der von Anfang an mit dabei war. Manfred Ruprecht war für viele auch ein guter Freund, eine Schulter zum Anlehnen und ein starker Partner, wenn es um neue Projekte ging. Es war seine lebensbejahende Art, sein wärmendes Lächeln und seine ansteckende Freundlichkeit, mit der er die Menschen in kürzester Zeit für sich und seine Projekte gewinnen konnte. Selbst nach Feierabend kümmerte sich der Ueckermünder um Sponsoren für den Ausbau des Ueckermünder Rolliseglers. Nicht zuletzt seinem Enthusiasmus war es zu verdanken, dass der Rollisegler fertiggestellt und mit einem großen Volksfest zu Wasser gelassen wurde.
Er kämpfte lange um eine Meinung und Haltung, um sie dann ebenso ausdauernd zu vertreten. Manfred Ruprecht besaß aber ebenso die Größe, es zuzugeben, wenn er sich einmal geirrt hatte. Doch nicht nur im Job bewies er ein unbändiges Engagement, auch für die Stadt Ueckermünde brachte er sich ein, engagierte sich unter anderem für den Tierpark. Doch auch die Nachbarstädte waren ihm nicht egal: „Unser Berufsschulstandort ist keine Handelsware, sondern ein Markenzeichen für diese Region. Es gilt, den Berufsschulstandort Torgelow zu sichern, und für die Gießereimechaniker eine Bundesfachklasse als Alleinstellungsmerkmal einzurichten“, sagte er und kämpfte so für Mittel aus dem Konjunkturpaket.
Manfred Ruprecht ließ sich nicht unterkriegen, er agierte wie ein Stehaufmännchen. Er war ein stiller, aber starker Kämpfer für die Region. Er war keiner, der sich in den Vordergrund spielte. Aber immer präsent, kantig, individualistisch und für viele ein Sympathieträger.
Die Trauerfeier findet heute um 13 Uhr in der Marienkirche in Ueckermünde statt.
Katja Müller

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×