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Erst kamen die Milchkühe, dann die Kinderkrippe

Die Kita in Lübs besteht seit 30 Jahren. Angefangen hat alles mit 24 Krippenkindern, heute sind es 19 Krippen-, Kindergarten und Hortkinder. [KT_CREDIT] FOTO: L. Storbeck
Die Kita in Lübs besteht seit 30 Jahren. Angefangen hat alles mit 24 Krippenkindern, heute sind es 19 Krippen-, Kindergarten und Hortkinder. [KT_CREDIT] FOTO: L. Storbeck

VonLutz Storbeck

In einem Dorf gibt es
die vielfältigsten Wechsel- wirkungen – alles hat mit allem und jedem zu tun.
Das war auch zu DDR-Zeiten nicht anders, und im Jahr 1983 mündete das in Lübs im Bau einer Kinderkrippe. Die ist mittlerweile eine Kindertagesstätte und feiert ihren 30.Geburtstag.

Lübs.Dass die Lübser Kita ihr 30-jähriges Bestehen feiern kann, hat gewissermaßen mit ökonomischen Zwängen zu tun. Denn im Jahr 1977 wurde beschlossen, dass in dem Dorf ein Milchviehanlage gebaut werden soll. Damit allein war es nicht getan, denn natürlich benötigte man – damals jedenfalls – für eine solche neue Anlage auch zusätzliche Arbeitskräfte. Das sollten junge Frauen und Männer sein, gut ausgebildet. Und natürlich auch irgendwann mit eigenen Kindern.
Wo aber sollen die betreut werden, fragten sich die Zuständigen im Dorf damals. Sie fassten den Plan, eine Kinderkrippe zu bauen. Das erwies sich als relativ problemlos, war aber mit viel Arbeit verbunden. „Die Gemeinde kaufte für 5000 Mark ein altes Bauernhaus, und die Handwerkerbrigade der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) Tierproduktion baute das Haus um zu einer Kindereinrichtung“, erinnert sich der Lübser Bürgermeister Siegfried Wanke.
Der Umbau brauchte Zeit. Am 10. Mai 1983 war es dann aber geschafft. Die Krippe konnte eröffnet werden und die ersten Kinder empfangen. Betreut wurden die Mädchen und Jungen von dem Team um Leiterin Ellen Müller. Dazu gehörten die Erzieherinnen Johanna Wanke und Ramona Peise, aber auch Angelika Gallas, die in der Küche für die gesunde Ernährung sorgte, so wie Marianne Leber, die sich um die Ordnung um Sauberkeit im Haus kümmerte. „In der Kinderkrippe wurden zur Eröffnung 24 Kinder im Alter bis zu drei Jahren betreut“, sagt Bürgermeister Wanke.
Nach der Wende, im Jahre 1991, entstand aus zwei Einrichtungen eine – Kindergarten und Krippe wurden nun zu einer Kindertagesstätte zusammengelegt. 25 bis 33 Kinder konnten dort zwar betreut werden, aber mit dieser Zahl stieß die Kita auch an ihre Kapazitätsgrenzen. So war es wichtig, dass mit Hilfe des Kreisjugendamtes die Zuständigen im Landesjugendamt überzeugt werden konnten, die Betriebserlaubnis der Kita jährlich zu verlängern. Finanzielle und politische Zwänge, sagt der Bürgermeister, hatten dazu geführt, dass die Kindereinrichtung am 1. Januar 2006 aus der Hand der Gemeinde in freie Trägerschaft gegeben wurde. Bis zum Dezember 2007 war der ASB Träger. Doch wegen des drastischen Rückganges der Zahl der Kita-Kinder sah sich die Gemeinde gezwungen, den Träger zu wechseln.
Seit Anfang 2008 ist der AWO-Kreisverband Uecker-Randow Träger der Kita, die mittlerweile den Namen „Wirbelwind“ trägt.
Der neue Träger hat aber nicht nur die Betreuung der Mädchen und Jungen übernommen. Sondern mit Unterstützung der Gemeinde und mit Hilfe von Fördermitteln das Kita-Gebäude umfangreich saniert. Das sieht man unter anderem an der Fassade, aber auch innerhalb des Hauses hat sich einiges getan. Bürgermeister Wanke freut sich, dass nunmehr auch die Sanitäranlagen in Ordnung sind, die zuvor manches Kopfzerbrechen bereitet hatten. Der Bürgermeister hofft, dass die einzige Kindereinrichtung zwischen Ferdinandshof, Ducherow und
Ueckermünde Bestand hat. „Denn wo können Kinder besser betreut werden als auf dem Dorf, mitten in der Natur?“, fragt Siegfried Wanke.
Übrigens soll der runde Kita-Geburtstag in der letzten Maiwoche zünftig gefeiert werden. Derzeit werden drei Krippenkinder betreut, 13 Kinder sind im Kindergartenalter und dazu kommen noch drei Hortkinder.

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