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Es stirbt ein Stück Erholung

Neben großen Auto- oder Lkw-Reifen wurden auch immer wieder Fahrradreifen im Wald entdeckt. Sebastian Armann hat einige der Funde für uns mit der Kamera festgehalten.  FOTOs: S. Armann
Neben großen Auto- oder Lkw-Reifen wurden auch immer wieder Fahrradreifen im Wald entdeckt. Sebastian Armann hat einige der Funde für uns mit der Kamera festgehalten. FOTOs: S. Armann

VonKatja Müller

Mehr als 120fleißige Helferhaben säckeweise Müll gesammelt. Viele von ihnen sind seit Jahren dabei,
doch immer wieder sind
sie geschockt, was die
Leute alles im Wald verklappen.

Torgelow.Binnen weniger Minuten waren acht blaue Säcke gefüllt. Und die waren erst der Anfang. Bei der Müllsammel-Aktion rund um Torgelow sind auch in diesem Jahr wieder Massen zusammengekommen.
Insgesamt 43 Kubikmeter Dreck- und Unrat haben die fleißigen Helfer von der Stadt Torgelow, der Verwaltungs-gemeinschaft der Forstämter Rothemühl-Torgelow und der Organisation zur Arbeitsförderung und Strukturentwicklung (OAS) eingesammelt. Und wieder hatten sich nicht nur Privathaushalte im Wald ausgemölt. Dutzende Farbeimer und zahlreiche Lkw-Reifen ließen darauf schließen, dass auch Firmen die Wälder um Torgelow nutzen, um sich ihrer Altlasten zu entledigen. „Das ist eine wahre Schweinerei. Das macht man einfach nicht, und sicher wäre der Weg zu einer Deponie oder zu einem Altstoffhändler noch kürzer gewesen, als es in den Wald zu fahren“, ist sich Reimund Ritzow vom Forstamt sicher.
Auch Frank Wilde von der Stadt Torgelow ist erschüttert: „Das Vermüllen unserer Wälder nimmt scheinbar kein Ende, dabei wird das Entsorgen für die Leute immer einfacher. Selbst beim Sperrmüll können sie fast alles vor die Tür stellen. Nichts muss illegal in der Natur abgeladen werden“, mahnt er.
Doch das scheint die Dreckspatzen in der Region nicht zu stören. Obwohl auch sicher andere hier ihr Unwesen treiben. Die Sommermonate werden es zeigen, wenn an den Urlauber-Hauptstrecken durch die heimische Flora und Fauna die Müllberge wachsen. Und ein bisschen ist schon ein bisschen zu viel, betont Reimund Ritzrow. Jede liegen gelassene Flasche ist eine zu viel.
Und wenn dann auch noch Ytong Porenbeton-Steine ins Spiel kommen, dann fällt selbst den beiden Männern nichts mehr ein. „Solche Leute möchte ich mal erwischen – auf die Antwort bin ich gespannt“, sagt der Forstamtmitarbeiter. Bis zu 75000 Euro Strafe drohen den Umweltsündern. Doch das Glück, solche auf frischer Tat zu erwischen, blieb ihm bislang verwehrt. „Das ist auch gar nicht so einfach, man muss sie am besten dabei fotografieren. Doch so ein Müllsack ist in wenigen Sekunden aus dem Auto gezogen. Da haben wir so gut wie keine Chance“, sagt er etwas geknickt. Denn Ritzrow hasst es, wenn er beim Spaziergang durch den Wald auf Müll stößt. Da sei jeder Erholungseffekt dahin.

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