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Freiwillige Fusion: Denn der DDR-Belag muss weg

VonKatja Müller

Jetzt ist es amtlich: Torgelow-Holländerei wird bald zur Stadt Torgelow gehören. Letzte Fragen der Einwohner sind beantwortet. Die Steuererhöhungen beschlossen. Aber so ganz ohne Wehmut geht es nicht über die Bühne.

Torgelow-Holländerei.Der Boden des Finanztopfes ist blitzeblank. Die Gemeinde Torgelow-Holländerei ist nicht mehr beweglich, sagt Bürgermeister Erwin Petzel. Seit 1990 leitet er die Geschicke der kleinen Kommune. Ab 2015 wird er seine Gemeinde abgeben. Dann wird Torgelow-Holländerei zu Torgelow gehören. Doch so einfach geht das alles nicht. Denn noch gibt es nicht nur Unterschiede bei der Größe, sondern auch bei den Steuern. Und die werden jetzt angehoben. Langsam angepasst an Torgelow, betont Bürgermeister Erwin Petzel. Schon für dieses Jahr müssen die Einwohner mit einer kleinen Anhebung rechnen. Doch es sei nicht viel, versichert der Bürgermeister. „Es sind für ein Einfamilienhaus im Durchschnitt 20 Euro im Jahr“, sagt Petzel. Auch bei der Wasserversorgung müssen sich die Anwohner auf einige Änderungen einstellen. Schon während der Einwohnerversammlung kamen einige Anfragen dazu. „Ein Teil der Einwohner wird auch weiterhin das Wasser von Eggesin bekommen. Für die Anschlüsse in der Dorfstraße 1 bis 12 wird das Wasser künftig aus Torgelow kommen“, kündigte der Bürgermeister an. Es seien aber alles vertretbare Erhöhungen. „Denn bei dem einen sind die Grundgebühren teurer, bei dem anderen sind es die Gebühren. Unterm Strich macht das keinen großen Unterschied“, so Petzel. Eine Konstante wird es auf jeden Fall auch nach dem Zusammenschluss mit Torgelow geben: die Feuerwehr. Die 20 aktiven Brandschützen, die Jugend sowie die Ehrenabteilung bleiben eigenständig. Erst 2010/11 hat die Gemeinde mit viel ehrenamtlichem Engagement den Anbau realisiert.
Erwin Petzel ist schon ein bisschen traurig, dass es jetzt so weit gekommen ist. „Aber wir fusionieren freiwillig und hoffen somit, dass Schwerin uns entgegenkommt. Schließlich ist die Gemeindestraße – der olle DDR-Belag – mehr als schlecht. Das können wir allein nicht in Ordnung bringen!“ Zwischen 700000 und 800000 Euro seien nötig, um die zum Teil in den 70er Jahren gebaute Trasse zu erneuern.

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