Nordkurier.de

Freude im Herrenhaus: Ein Henrici sagt Ja

So schön erstrahlt das Trauzimmer im Herrenhaus Heinrichsruh.
So schön erstrahlt das Trauzimmer im Herrenhaus Heinrichsruh.

VonKatja Müller

Das letzte Familienfest ist über 200 Jahre her. Jetzt hat die Familie Henrici im Herrenhaus Heinrichsruh die Sektgläser klingen lassen. Und das aus dem wohl schönsten Grund: Einem Ja!

Heinrichsruh.Sie haben sich getraut. Und das im doppelten Sinne. Denn bevor Gudrun Kopf und Horst Henrici gestern Ja zueinander sagten, fragten sie nach einem ganz speziellen Trauungsort. Das Herrenhaus in Heinrichsruh sollte es sein. Beide erinnern sich noch gut an diesen Tag im Sommer 2012. Frisch verliebt reisten sie nach Vorpommern. „Ich wollte meiner Liebsten unbedingt dieses schöne Herrenhaus zeigen. Ein Ort, der mir besonders am Herzen liegt“, erzählt Horst Henrici. Denn das Herrenhaus und der Garten wurden von 1750 bis 1752 von Christoph Ludwig Henrici, dem damaligen Generalpächter der Ämter Königsholland, Torgelow und Ueckermünde, angelegt. Ein Vorfahre des Bräutigams. „Ich habe gleich gemerkt, wie sehr ihm das Haus am Herzen liegt und wenn wir einmal heiraten, dann hier. Das war schon damals klar“, sagt Gudrun Kopf.
Der barocke Landsitz ist über die Jahrhunderte bis in die Gegenwart fast unverändert erhalten geblieben. Das kam der 1997 begonnenen Restaurierung durch den Verein Denkmalpflegezentrum sehr entgegen. Das Herrenhaus Heinrichsruh ist seit seiner Restaurierung im Jahr 2000, vor allem durch die vielfältigen Veranstaltungen des Vorpommerschen Künstlerhauses, als Geheimtipp und Treffpunkt für Kulturliebhaber in aller Munde. Auch Horst Henrici hat sich immer wieder für die Restaurierung eingesetzt. Und auch für die Standesamt-Außenstelle. Denn bei der ersten Anfrage bekamen er und seine Frau eine Absage. „Doch dann haben wir es noch einmal versucht, und es hat geklappt“, freuen sich der Berliner und die Weimarerin. Sie waren gestern das erste Paar, das sich im Herrenhaus das Ja-Wort geben durfte. Und irgendwann möchte auch das frisch getraute Paar mehr Zeit in Heinrichsruh verbringen. „Doch das wird wohl noch dauern, bis wir beide Rentner sind oder im Lotto gewonnen haben, sodass wir nicht mehr arbeiten müssen“, scherzt die Braut. Für künftige Hochzeitsgesellschaften haben beide viel erreicht. Denn das historische Ambiente und die schönen Wandmalereien sind einmalig. Im Trauzimmer mit Kamin finden gut 50 Gäste Platz.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×