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Gemeinsam radeln sie in die Zukunft

Uwe Gräser und Marion Weber haben eine ganz besondere Beziehung zu Fahrrädern – privat wie beruflich.  FOTO: Katja Müller
Uwe Gräser und Marion Weber haben eine ganz besondere Beziehung zu Fahrrädern – privat wie beruflich. FOTO: Katja Müller

Von unserem Redaktionsmitglied
Katja Müller

Jahr für Jahr kommen
die Touristen ans Haff, bestaunen die schöne Landschaft und lassen
die Seele baumeln. Und manchmal bleibt auch einer da. Verliebt sich, packt
die Koffer und wird Wahl-Ückermünder. So
wie Uwe Gräser.

Ueckermünde.Liebe ist nicht immer gleich – und manchmal geht sie seltsame Wege. Doch auf jeden Fall den richtigen! So war es auch bei Uwe Gräser. Vor drei Jahren kam er zum ersten Mal als Urlauber in die Region. Als passionierter Radsportler stand auch ein Besuch im ortsansässigen Fahrradgeschäft auf seinem Programm. Dass dieser Entschluss sein Leben völlig auf den Kopf stellen würde, das ahnte Uwe Gräser damals noch nicht. Denn im Ueckermünder Fahrradstützpunkt Weber wurde ihm nicht nur in Hinsicht auf Radzubehör jeder Herzenswunsch erfüllt, sondern auch noch ganz privat. Denn die Frau im Geschäft war ihm gleich aufgefallen. „Ich habe mich sofort in sie verguckt, sie hat mir ausgesprochen gut gefallen“, erzählt der 46-Jährige und hat noch immer leuchtende Augen. Dass der Tourist sich in die Chefin des Hauses verliebt hatte, das war ihm nicht gleich klar.
Ein halbes Jahr später stand dann auch ganz schnell fest: „Ueckermünde wird mein neues Zuhause!“ Uwe Gräser hatte die Pendelei satt und wollte auch mehr Zeit mit seiner neuen Freundin verbringen. Der Sachse packte die Koffer und zog an das Haff. „Es war der beste Entschluss meines Lebens. Ich habe hier eine tolle Frau und eine wunderschöne Landschaft. Was braucht man denn mehr zum Leben?“, sagt Uwe Gräser. Und auch mit der Arbeit fand sich schnell eine Lösung. Schon früher hat er in einem Fahrradladen gearbeitet und ist kurzerhand bei seiner Lebensgefährtin mit eingestiegen. „Wir haben es am Anfang erst einmal probiert. Es hätte ja auch schief gehen können, doch alles war gut“, erinnert er sich. Und nun hat er mit Marion Weber die Sattel getauscht – jetzt sitzt er auf dem Tandem vorn. Denn im März hat der Wahl-Ueckermünder die Geschäftsführung übernommen. „Aber aus Fahrrad Weber wird jetzt nicht Fahrrad-Gräser, es klingt zwar ähnlich, doch den Namen wollten wir nicht ändern“, sagt der neue Fahrradstützpunkt-Chef.
Ein klitzekleines Manko hat die neue Situation für beide dennoch: „Die Freizeit ist schon ganz schön knapp geworden!“ Doch Uwe Gräser nutzt jede freie Minute für eine Runde auf dem Radsattel. „Heute bin ich beispielsweise in der Mittagspause eine Runde gefahren“, erzählt er. Und auch sonst hat er sich fest vorgenommen, wieder mehr mit dem Rad unterwegs zu sein. Das bedarf aber genauer Planung, denn mit seiner Lebensgefährtin will er noch viele schöne Ecken in der Region entdecken. Auch das Geschäft will er weiter voran bringen. „Wir haben uns jetzt auf die XXL-Räder mit spezialisiert. Man muss mit der Zeit gehen. Denn nicht jeder kauft sein Rad im Supermarkt, die Leute investieren wieder in ihre Sachen“, weiß der Fahrradhändler.
Doch nicht nur die Erweiterung der Produktpalette steht auf seinem Plan, auch das private Glück. Und dazu gehören sogar gelegentliche Fahrradrennen. „Für das Radrennen am 11. August am Plauer See haben ich mich schon angemeldet, jetzt muss nur noch ein wenig mehr trainiert werden.“


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k.mueller@nordkurier.de

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