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Katholiken haben nur ein Ziel: Hoppenwalde

VonKatja Müller

Morgen wandelt sich Hoppenwalde wieder zum Pilgerort der Katholiken. Denn Fronleichnam hat bei der kleinen Gemeinde eine lange Tradition. Auch Gäste aus den anderen Pfarreien im Dekanat Vorpommern haben sich angesagt.

Hoppenwalde.Einmal im Jahr wandelt sich das kleine Straßendorf zu einer festlich geschmückten Allee. Mit Fahnen, Wimpeln und viel Birkengrün wird Hoppenwalde herausgeputzt. Und das immer zu Fronleichnam. Denn das 400-Seelen-Dorf feiert seit 1885 jedes Jahr das Fronleichnamsfest mit einer großen Prozession, wie auch Viereck. Das Fronleichnamsfest sei ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche. „Mit diesem Fest feiern und bezeugen wir die Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie“, sagt der katholische Kaplan aus Ueckermünde. Es gehe um Anbetung und Meditation. Der Name Fronleichnam bedeute wörtlich übersetzt: Leib des Herrn. Es ist eines der bedeutendsten liturgischen Feste im Jahreskreis, fügt Blattner hinzu. Zum 128. Mal wird es morgen auch in Hoppenwalde mit einer großen Prozession gefeiert, bei der das Allerheiligste Sakrament in einer Monstranz durch die Straßen getragen wird. Doch bevor alles los geht, sind noch viele Handgriffe zu machen. Gestern Abend haben die Männer der katholischen Gemeinde Hoppenwalde die Birken geschlagen. Zwischen 80 und 90 junge Bäume werden jährlich für das Fest aus dem Wald geholt. „Das ist aber alles mit dem Revierförster abgesprochen, wir nehmen nur Bäume, die dafür geeignet sind“, versichert der Kaplan.
Aber auch im Vorfeld haben die Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde schon fleißig gearbeitet. Alle Wimpel und Fahnen mussten gebügelt, die liturgischen Geräte geputzt werden und auch der Freiluft-Altar im Pfarrgarten in Hoppenwalde wurde aufgebaut. Und morgen um 5 Uhr geht es dann für die gut 25 Helfer ans Schmücken. Denn rund 300 Gläubige werden erwartet und die sollen schließlich nicht enttäuscht werden. Schon seit vielen Jahrzehnten gehört ein festlich geschmücktes Ortsbild zur Fronleichnam-Prozession in Hoppenwalde. „Die meisten Kirchgemeinden verschieben das Fest auf den Sonntag. Aber wir halten hier an der Tradition fest und haben auch in diesem Jahr wieder einen auswärtigen Hauptzelebranten eingeladen: Ordinariatsrat Msgr. Dr. Karl-Heinz Hoefs aus Berlin kommt morgen zu uns“, freut sich Blattner. Im vergangenen Jahr war es der Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, der den Prozessionszug in Hoppenwalde anführte. Rund 500 Katholiken kamen 2012 nach Hoppenwalde um Fronleichnam zu feiern.
Ab 9 Uhr gibt es morgen Beichtgelegenheiten. Aber nicht nur Blattner wird ein offenes Ohr haben. Auch aus Anklam, Wolgast und Stralsund haben sich Priester angemeldet. Um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst im Pfarrgarten. „Anschließend beginnt die Prozession, dann geht es in Hoppenwalde rauf und runter“, sagt Hansjörg Blattner. Drei Stationsaltäre werden im Ort aufgebaut. „Wir gehen dann von Altar zu Altar, um dort zu beten und zu singen. Dazu wird ein Bläserchor spielen“, erklärt der Kaplan den Ablauf. Zwischen 11.15 und 12.30 Uhr müssen auch die Autofahrer in Hoppenwalde mit kurzzeitigen Sperrungen rechnen. Anschließend geht die Feier im Pfarrgarten weiter. „Wir haben ein Mittagessen für alle organisiert und auch eine Kaffeetafel“, so Blattner.

Das Problem ist, es
werden zu wenig geboren

Und er hat noch eine Überraschung: Alexandra Völzke, eine junge Franziskanerin aus Salzkotten ist zu Gast. Sie stammt aus der Region und ist der Berufung ins Kloster, in die Nähe von Paderborn gefolgt. Schwester Alexandra wird über das Projekt einer Glaubenswoche hier in der Pfarrei berichten, die vom 10. bis 15. September stattfindet. Die Aufregung bei Blattner steigt von Stunde zu Stunde. Er hofft nicht nur auf gutes Wetter, sondern auch auf viele Gäste. Und richtig froh wäre er, wenn auch die jüngeren Vorpommern den Weg zur Kirche und zum Fronleichnamsfest finden würden. „Doch wir kennen das Problem: Es werden zu wenig geboren.“ Aber der Kaplan ist zuversichtlich. Es werden neben vielen Senioren viele Gemeindemitglieder kommen, die sich an diesem Tag Urlaub genommen haben. „Und katholische Kinder haben auch das Recht, sich für diesen Tag vom Schulunterricht zu entschuldigen. Es muss nur rechtzeitig angekündigt werden“, betont Hansjörg Blattner. Aber auch über interessierte Zaungäste freut sich der Kaplan.

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