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Mit 50 startet sie noch mal durch

Leane Zander aus Luckow hat in Eggesin ihre eigene Podologische Praxis eröffnet. Mit knapp 50 Jahren wagte sie den Schritt zu einem ganz neuen Beruf. Bisher hat sie nicht einen Tag bereut. [KT_CREDIT] FOTO: K. Müller
Leane Zander aus Luckow hat in Eggesin ihre eigene Podologische Praxis eröffnet. Mit knapp 50 Jahren wagte sie den Schritt zu einem ganz neuen Beruf. Bisher hat sie nicht einen Tag bereut. [KT_CREDIT] FOTO: K. Müller

Von Katja Müller

Leane Zander ist immer gut gelaunt. Mit 50 Jahren ist die Luckowerin noch einmal durchgestartet. Die Pädagogin wagte den Schritt in die Selbstständigkeit und steht nun mit der Arbeit an fremden Füßen auf eigenen Beinen.

Eggesin. Leane Zander liebt ein ganz bestimmtes Körperteil, das oft genug vernachlässigt wird: es sind Füße! Egal ob mit oder ohne Nagelpilz, ob gesund oder krank. Seit Oktober 2012 ist sie selbstständig als Podologin und übt damit nun einen Gesundheitsfachberuf aus. Schon früher als Kind hat Leane Zander sich gewünscht als Krankenschwester einmal ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch dann kam alles anders. Sie wurde Lehrerin, vermittelte polytechnisches Wissen. Nach 1990 arbeitete die Luckowerin dann im Berufsförderungszentrum. Doch er wurde wieder wach, der Wunsch nach einem medizinischen Beruf. „Ich hatte gehört, dass Sylvia Schmidt in Ueckermünde diesen Ausbildungsplatz anbietet und dann habe ich sofort zugegriffen“, erzählt Leane Zander.

Mit 47 Jahren fasste sie 2008 den Entschluss, noch einmal ganz von vorn zu beginnen. „Ich habe das nie bereut. Es war eine der besten Entscheidungen. Aber ich muss auch sagen, dass meine Familie mir die größte Unterstützung gegeben hat“, betont Leane Zander. Und oft genug mussten sie auch ihre Füße zur Verfügung stellen. „Ich brauchte schließlich Übungsobjekte“, sagt sie und lacht.

2011 hat Leane Zander die berufsbegleitende Ausbildung abgeschlossen. Es war ein hartes Brot: jedes Wochenende musste sie nach Stralsund fahren. Hinzu kamen 1000 Stunden Praktikum in der Freizeit. „Aber ich wusste von Anfang an, worauf ich mich eingelassen habe. Und es war gut so“, sagt sie sichtlich zufrieden. Die Tage als Selbstständige seien zwar wesentlich stressiger, doch nicht anstrengender. „Es ist eine Art positiver Stress, denn ich mache das alles wirklich gerne. Da gibt es keinerlei Berührungsängste und auch die Kunden sind immer freundlich und lieb. Es war einfach das Richtige!“

Das einzige, was derzeit etwas leidet, ist das Privatleben. Denn die Freizeit ist weniger geworden. Sitzt Leane Zander nicht in ihrer Praxis in der Stettiner Straße 3 in Eggesin, ist sie unterwegs zu Hausbesuchen oder kümmert sich daheim um die Abrechnung. Und wenn dann noch ein kleines Zeitfenster bleibt, dann tankt sie in der Natur wieder Kraft. „Ich fahre gern mit dem Rad durch die schöne Landschaft oder arbeite im Garten. Aber auch Handarbeit gehört zu meinen Hobbys. Im Winter werden dann oft Socken gestrickt, dabei kann ich gut entspannen“, erzählt Leane Zander.

Momentan konzentriert sie sich auf den Tag der offenen Tür an diesem Wochenende. „Ich will den Leuten am Sonnabend von 10 bis 15 Uhr mal die Arbeit einer Podologin erklären und auch zeigen, was man alles machen kann. Oft gehen die Menschen erst zu spät los und suchen sich Hilfe. Dabei ist es gar nicht schlimm und tut auch meistens nicht weh“, versichert die Podologin.

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