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Mit dem Rollator zum Einsatz

So könnte es zukünftig bei der Feuerwehr abgehen: Der in die Jahre gekommene Angriffstrupp mit Rollatoren beim Einsatz. Heute lachen die Ferdinandshofer noch über diesen Spaß ihrer Kameraden, aber daraus könnte gefährlicher Ernst werden.  FOTOs: C. Niemann
So könnte es zukünftig bei der Feuerwehr abgehen: Der in die Jahre gekommene Angriffstrupp mit Rollatoren beim Einsatz. Heute lachen die Ferdinandshofer noch über diesen Spaß ihrer Kameraden, aber daraus könnte gefährlicher Ernst werden. FOTOs: C. Niemann

VonChristopher Niemann

Wenn die Freiwillige Feuerwehr Ferdinandshof irgendwann in die Jahre kommt und keinen Nachwuchs findet, dann könnte ein Brandeinsatz eine wackelige Angelegenheit werden.

Ferdinandshof.So weit soll es nicht kommen! Die Feuerwehr Ferdinandshof mit ihren Löschtrupps in Ferdinandshof, Blumenthal und Meiersberg hat deshalb zum Tag der offenen Tür eingeladen und gezeigt, was die Kameraden drauf haben. Die Pieper und Sirenen blieben am Sonnabend glücklicherweise still. Die große Löschtruppe hatte einen triftigen Grund zum Feiern: 112 Jahre Freiwillige Feuerwehr Ferdinandshof – eine Zahl wie eine Notruf-Nummer. Gemeindewehrführer Maik Kremkow eröffnete die Festveranstaltung mit einem Appell. Eine gute Gelegenheit, um ehrenamtliche Brandschützer zu ehren und zu befördern. Drei bekamen für ihr Engagement die St.Floriansmedaille in Bronze.
Das Fest-Programm war den ganzen Tag prall gefüllt. Eine Fahrzeugshow gehörte dazu und die Simulation eines Küchenbrandes nach einer Fettexplosion. Noch viel brenzliger könnte es für die Wehr aber in 30 Jahren aussehen. Jeder erwartet, dass die Feuerwehren im Ernstfall schnell am Einsatzort sind und präzise agieren. Doch älter werden wir alle – auch die Kameraden bei der Wehr. Und mit Nachwuchs in den eigenen Reihen wird es immer schwieriger. Im Brandübungsszenario „Feuerwehr der Zukunft“ demonstrierten die Helfer, wie der Löscheinsatz in Zukunft ablaufen könnte: Das Löschfahrzeug rollt vor, die Kameraden quälen sich aus den hohen Fahrzeugkabinen heraus. Dann machte sich der Staffelführer mittels Rollator zur Erkundung des Brandobjektes auf. Vergesslichkeit, Gelenkbeschwerden und Verständigungsprobleme erschweren die Löscharbeiten.
Eine Übung zum Lachen, doch die Brandschützer haben damit auch auf ihre Nachwuchsprobleme aufmerksam gemacht. „Am Tag sind wir froh, wenn wir ein Fahrzeug besetzt bekommen“, berichtete der Wehrführer Maik Kremkow und hofft auf Zuwachs bei der Truppe.
Aber es gab am Wochenende auch jeden Grund zum Feiern. Sängerin Martina Melle versorgte das Publikum mit toller Live-Musik. Das Puppentheater und die Hüpfburg
waren der Renner am Nachmittag bei den Kindern. Am Abend sorgte dann DJ Som für gute Laune auf dem
Festplatz. Die Freiwillige Feuerwehr Ferdinandshof zählt derzeit 46 Männer und Frauen in der Einsatzabteilung sowie 18 Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr.

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