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Multimedial auf Reise durch das Mittelalter

Bei der Eröffnungsansprache ist die Dankesliste von Vereinschef Wolfgang Schubert sehr lang.
Bei der Eröffnungsansprache ist die Dankesliste von Vereinschef Wolfgang Schubert sehr lang.

VonAndrea Schneider

Ins Hochmittelalter eintauchen und zwar mit allen Sinnen. Das ist ab sofort in der Villa an der Uecker in Torgelow möglich. Der Ukranenland-Historische Werkstätten e.V. und viele weitere Mitstreiter haben aus einfachen Räumen
eine faszinierende Multimedia-Ausstellung gezaubert, die durch Audioführung noch authentischer wird.

Torgelow.Es trug sich am 14.April anno 1281 zu, dass das Castrum Turgelowe erstmals urkundlich erwähnt wurde. Hofkaplan Meinhard, im wirklichen Leben und 732 Jahre später besser bekannt als Michael Schmal, lauscht höfischen Klängen und vertreibt sich damit die Zeit, bis er eine Bekanntgabe der Marktgrafen Otto IV. und Konrad I. mit seiner Schreibfeder geschickt zu Papier bringt. Mit dieser nachgestellten Szene im Foyer der Villa an der Uecker wurden die zahlreich erschienen Gäste begrüßt, die die Ausstellungseröffnung „1281 Castum Turgelowe“ miterleben wollten.
Vier Jahre hat es gedauert, bis dieses Stück Heimatgeschichte multimedial dargestellt wurde. Viele Ideen, „die in den Zeiten kleiner werdender Brötchen“, wie es Vereinschef Wolfgang Schubert so treffend ausdrückte, stecken in der lebendigen Veranschaulichung hochmittelalterlicher Lebensweisen.
Dabei soll der stolze
brandenburgische Markgraf OttoIV, aus dem Geschlecht der Askanier, nicht verherrlicht werden. Sein Leben soll lediglich stellvertretend die damaligen Lebensweisen vor dem Spiegel archäologischer historischer Quellen darstellen, hieß es.
„Der Erfolg hat viele Väter“, zitiert Wolfgang Schubert weiter, „aber auch Mütter, Kinder, Verwandte und Freunde.“ Im Kontext heißt das, die Förderkulissen haben sich während der ver-
gangenen 20 Jahre immer wieder verändert. Nur dadurch, dass er und sein Verein nicht aufgegeben haben und die Stadt Torgelow, maßgeblich in Person des Bürgermeisters Ralf Gottschalk, hinter den Projekten stand, wurde nach dem Ukranenland und dem Freilichtmuseum des Castrums nun auch die „Schlechtwettervariante“ fertiggestellt. Schließlich konnte man das Projekt durch die zusätzliche monetäre Unterstützung der EU innerhalb des Programms LEADER realisieren.
Auch der geistige Vater und treue Begleiter des Vereins, der dänische Archäologe Erik Zehmke, ließ es sich nicht nehmen, mit dabei zu sein und ein paar Worte an die Gäste zu richten. Die tatsächliche Umsetzung des Projektes war aber nur möglich durch die Vereinsmitglieder und vielen Menschen aus der Region, die ehrenamtlich oder für kleines Geld diese wunderbare Ausstellung realisiert haben.
Geschichte und Kultur wird ab sofort im Obergeschoss der Villa multimedial vermittelt. In einem Zelt können sich zukünftige Besucher zunächst erst einmal mit einem Film über das Ukranenland oder das Castrum in Mittelalterstimmung bringen. Anhand von Schautafeln und großen Tablets erhalten Geschichtsinteressierte anschließend die nötigen Hintergrundinformationen zur Zeit Ottos IV.
Jetzt folgt der eigentliche Clou der Ausstellung. Besucher wandeln vorbei an Szenen aus dem Leben Ottos, beginnend mit seiner Geburt. Mit einer Audio-Führung ausgestattet, tauchen die Gäste durch kleine Hörspiele direkt in die damalige Zeit ein.
„Zukunft braucht Geschichte, aber Geschichte braucht auch Zukunft“, meinte Wolfgang Schubert. In diesem Sinne, hoffen die Initiatoren und Vereinsmitglieder auf großes Interesse an der Ausstellung, die täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist.

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