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Musikalische Reise durch 250 Jahre

Manfred Wagenbreth und Johannes Uhlmann waren im Ueckermünder Kulturspeicher zu Gast. Mit einer bunten musikalischen Mischung begeisterten sie die Zuhörer. Das Duo forderte die Gäste gar zum Mitsingen auf. Und die Besucher kamen der Aufforderung gern nach. [KT_CREDIT] FOTO: E. Semsdorf
Manfred Wagenbreth und Johannes Uhlmann waren im Ueckermünder Kulturspeicher zu Gast. Mit einer bunten musikalischen Mischung begeisterten sie die Zuhörer. Das Duo forderte die Gäste gar zum Mitsingen auf. Und die Besucher kamen der Aufforderung gern nach. [KT_CREDIT] FOTO: E. Semsdorf

Eine musikalische Überraschung dürfte das Konzert des Leipziger Duos Wagenbreth/Uhlmann im Ueckermünder Speicher gewesen sein. Die Gäste waren begeistert.

Ueckermünde.Nicht unbedingt vorausgesetzt werden kann in unseren Breiten, dass die beiden Protagonisten – Manfred Wagenbreth und Johannes Uhlmann – sich längst ihre Sporen in der deutschen Folk-Szene verdient haben. Bei den legendären Folkländern noch in DDR Jahren, bei den Bierfiedlern und den Sieben Leben sowie bei der mehrfach preisgekrönten und auch international erfolgreichen Formation Ulman.
Zu kurz gegriffen wäre es jedenfalls, das, was Wagenbreth/Uhlmann im Speicher boten, auf den Genrebegriff Folk zu reduzieren. Im besten Sinne des Wortes bunt ist die musikalische Mischung mit der die beiden unterwegs sind: natürlich gibt es da die Anklänge an die naiv-goldenen Jahre der Folkmusik, aber dann überraschen die Musikanten auch immer wieder mit gekonnten und sehr persönlich gehaltenen Exkursen in Rock- und Popmusik. Hinzu kommen Lieder aus der Feder von Manfred Wagenbreth, Nachdichtungen von Songs aus dem Fundus des kanadischen Liederpoeten Leonard Cohen, und Johannes Uhlmann brilliert mit Eigenkompositionen auf dem diatonischen Akkordeon, die weitab aller Schubladen und Klischees liegen.
Klanglich bilden die Musikanten eine erstaunliche Einheit, bedenkt man, dass zwischen Senior Manne Wagenbreth und seinem Mitstreiter immerhin 29 Jahre Lebenszeit liegen. Durchaus wandlungsfähig kommt Wagenbreths Reibeisenstimme daher, Johannes Uhlmann steuert die einfühlsame zweite Stimmen bei. Das Fundament bilden das schon erwähnte Akkordeon sowie – wahlweise – die sechssaitige und zwölfsaitige Gitarre. Kenntnisreiche, witzige Ansagen führten durch ein Sammelsurium von Liedern über Liebe und Tod, über Ritter, Auswanderer und Handwerksburschen, über den Lauf der Zeiten. Songs aus einem Zeitraum von rund 250 Jahren kamen da zusammen. Oft luden die Musiker ihr Publikum zum Mitsingen ein. Und das kam dieser Aufforderung gern nach. Und dass über dem ganzen Abend eine Atmosphäre von freundlicher Vertrautheit lag, das war nicht zuletzt der Titelauswahl geschuldet. Und der musikantischen Spielfreude von Wagenbreth/Uhlmann.
„Vielen Dank für den schönen Abend“, hörte man viele Zuschauer nach dem ausgiebigen Zugabenteil sagen.
elsem

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