Nordkurier.de

Nach Sandsäcken und Bränden kommt nun das Schälmesser

Günter Dömlang (r.) und Andreas Krüger sind Feuerwehrmänner durch und durch und halten Liepgarten schon Jahrzehnte die Treue.  FOTOs: K. Müller
Günter Dömlang (r.) und Andreas Krüger sind Feuerwehrmänner durch und durch und halten Liepgarten schon Jahrzehnte die Treue. FOTOs: K. Müller

VonKatja Müller

Retten, Bergen, Löschen! Das ist Günter Dömlang schon in Fleiß und Blut übergangen. Seit 50 Jahren ist er in der Feuerwehr. Bei einem Katastrophen-Einsatz hat ihn das „Wehrfieber“ gepackt.

Liepgarten.Im Akkord mussten sie gefüllt und verteilt werden. Sandsack für Sandsack stieg der Schutz gegen das Hochwasser und mit ihm auch das Feuerwehrfieber bei Günter Dömlang. „Ich war damals noch neu, hatte meine Frau kennengelernt und bin nach Liepgarten gezogen. Da kam das Hochwasser und ich habe freiwillig mit angepackt“, erinnert er sich. Und das war dann auch der Moment, in dem sich Günter Dömlang für die Feuerwehr entschied. „Ich habe gesehen, wie wichtig es ist, sich zu engagieren. Zu helfen schafft auch Verbindungen zu einem Ort und den Menschen. Ich bin dann in die Feuerwehr eingetreten“, sagt der Rentner. Und nicht einen Tag hat er diesen Entschluss bislang bereut. „Sicher gibt es mal Höhen und Tiefen, doch eine aktive Feuerwehr ist wichtig für eine Gemeinde und ich wollte immer meinen Teil dazu beitragen“, erklärt der Liepgartener. Das hat Günter Dömlang auch erfolgreich getan. Seit über 50 Jahren zählt er nun zur freiwilligen Wehr. Für dieses freiwillige Ehrenamt wurde er am Wochenende während der Feierlichkeiten zum 85-jährigen Feuerwehrjubiläum ausgezeichnet, mit einer Ehrennadel.
Günter Dömlang ist keiner der das Rampenlicht liebt, er steht lieber ein Stück davon entfern. Und so gebe es auch nichts Besonderes aus seinen 50 Jahren bei der Wehr zu berichten, versichert er nach mehrmaligem Nachfragen.
Dann ist ihm aber dennoch etwas zu entlocken: „Egal wie schlimm die Einsätze manchmal waren, sie haben uns zusammengeschweißt. Diese Zeit möchte ich nicht missen.“ Die Entwicklung der Technik ist für ihn auch erstaunlich. „Früher musste eine ganze Truppe raus, wenn es brannte. Dank der guten Technik ist das nicht mehr so. Aber wir sind auf keinen Fall genug“, betont er. Denn auch das Problem der aktiven Mitglieder geht an Günter Dömlang nicht vorbei. „Ich bin mittlerweile in der Ehrenabteilung, doch die jungen Leute werden gebraucht. Beim Nachwuchs sieht es gar nicht so schlecht aus, nur bei den Erwachsenen ist es gerade am Tage kritisch“, erklärt er und wirbt für weitere Mitglieder. Doch auch Günter Dömlang kennt den Grund für diese Not. „Was soll man denn machen, wenn hier keine Arbeit vor Ort ist“, sagt er und zuckt mit den Schultern. Aber auch der Liepgartener trägt immer noch seinen Teil zum Feuerwehrleben bei. Wenn es nämlich ans Kartoffeln und Möhren schälen sowie schnippeln für den Erbseneinstopf zum Feuerwehrfest geht, ist er stets mit von der Partie und Andreas Krüger, zusammen mit anderen Freiwilligen, eine große Hilfe.

Kontakt zur Autorin
k.mueller@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×